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Nr. 11.„Die neue Redoute“, welche die Redanlinie nach Westen abschließt, ist dicht westlich der Einmündung des Schwimmschulweges in den Forchheimer Exerzier- platz zu suchen. Sie ist ebenfalls viereckig, steht aber an Umfang etwas hinter Nr. 9 zurück, Dafür sind die Einzelheiten des Profiles schärfer ausgeprägt. Der nur an der Südseite eine Brücke übriglassende Graben ist 8 m breit, die äußere Wallböschung 8—9 m hoch. Alle vier Ecken weisen sehr hochgebaute Geschützstände auf, Die drei dem Feind zunächst liegenden Seiten zeigen an der inneren Wallböschung etwa 1 m unter dem heutigen oberen Brustwehrenrand ein Bankett für die Schützen. Die heute im Wald und dicken Unterholz versteckte Redoute lag ehemals frei, da der Westrand des Hardt- waldes etwas weiter östlich verlief.
Die Ausdehnung der bei Nr. 11 beginnenden und am Hochufer endenden rechten Flügelgruppe betrug etwa einen Kilometer, wovon fast die Hälfte durch den heute ziem- lich nahe an die Rheinstraße herantretenden Waldzipfel zum Teil in vortrefflichem Zustand erhalten ist. Je weiter man von Nr. 11 der Linie entlang nach Westen schreitet, desto schärfer tritt das Profil von Wall und Graben hervor. Auch das Bankett für die Infanterie ist auf einigen Strecken vorhanden. Doch läßt sich nirgends an der ganzen noch er- haltenen Linie auch nur die leiseste Andeutung einer Berme,!) wie sie der. kaiserliche Ingenieuroffizier Giesenbier in seinem Aufriß von 1711 angibt, finden.(Siehe Skizze 1.)
300 m westlich von Nr. 11 kommt Nr. 12, ehemals„Die grosse redoute“ genannt. Ihr Grundriß zeigt ein unregelmäßiges Fünfeck, dessen 100 m lange Hauptfront nahezu parallel mit der nur einige hundert Meter entfernten Rheinstraße verläuft. An der inneren Böschung dieser Front ist ein 1,5 m hoher, 8 m breiter und 80 m langer bankettartiger Aufbau angebaut. Er war, wie die Zahl der Schießscharten erkennen läßt, zur Aufnahme von 8 Geschützen eingerichtet. Die Redoute mag im spanischen Erbfolgekrieg in erster Linie die Aufgabe gehabt haben, mit ihrer starken artilleristischen Ausstattung die Rhein- straße zu flankieren. Diesen Zweck hätte sie indes nicht erfüllen können, wenn die Ver- hältnisse von vornherein so gelegen hätten, wie sie sich heute in Übereinstimmung mit dem Rieckeschen Plan(Plan IT) von 1734 zeigen. Unvermittelt hängt sich nämlich an die Redoute ein anderes fünfseitiges Werk in einer Weise an, daß es den größten Teil der großen Batterie einfach maskiert. Dies zweite Werk, nur teilweise erhalten und den Karten des spanischen Erbfolgekrieges unbekannt, wird also wohl im folgenden Kriege in der Absicht, die flankierende Artilleriewirkung durch näheres Herangehen an die Straße zu erhöhen, gebaut worden sein,
Daß man 1733/34 nicht nur an der neuen Linie hinter der Alb und dem Malscher Landgraben arbeitete, sondern auch an der alten Linie Erweiterungen vornahm, beweist die Existenz einer nur dem Rieckeschen Plane bekannten, im„Tranchement“2) einige hundert Schritte nördlich von Nr. 11 liegenden Schanze. Sie ist noch jetzt 103 m lang, die Wallhöhe beträgt durchschnittlich 2 m, die Grabenbreite 10 m. Vermutlich sollte diese Schanze mit ihrer verschwundenen Schwester für die aus der Hauptstellung zurück- gehenden Verteidiger als Aufnahmestellung dienen.
1) Horizontaler Absatz zwischen äußerer Brustwehrböschung und Grabenrand zur Entlastung der Grabenböschung von dem Druck der Erdlast. ?) So benennen einige ältere Karten der Oberdirektion das heute mit Wald bestandene Gewann.


