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gelegt. Und dieſes Lebewohl, es gilt für immer: Johanna geht auf Nimmerwiederkehr. Wohin? das ſagt ſie, die Herde aus ihrer treuen Hut entlaßend:
.... Eine andre Herde muß ich weiden,
Dort auf dem blutgen Felde der Gefahr....
Denn der zu Moſen auf des Horebs Höhen
Im feurgen Buſch ſich flammend niederließ....
Er ſprach zu mir aus dieſes Baumes Zweigen:
Geh hin! Du ſollſt auf Erden für mich zeugen.
Das Zeugnis ſelbſt wird die Rettung Frankreichs und des Königs Krönung ſein(ſ. S. 65). Das Gelingen hat Gott wie durch ſein Wort, ſo durch die That verbürgt. Denn er hat geſagt: Du wirſt Errettung bringen Frankreichs Helden⸗ ſöhnen, wirſt Reims befrein, wirſt deinen König krönen, und des zum Zeichen hat er den Helm geſchickt. Sein Wille aber iſt un⸗ wandelbar, und was er verheißt, ſteht unverbrüchlich feſt.
Die letzten Dunkelheiten ſind zerſtreut. Johannas Propheten⸗ worte(Scene 3) haben ihre objective Garantie gefunden: In Gottes Auftrag, nicht in bloß ſubjectiver Glaubenszuver⸗ ſicht, ſchreitet ſie zum Befreiungswerk des Vaterlands. Für das Reden Gottes aus den Zweigen des Eichbaums iſt als heiliges Gegenbild das Sprechen Gottes aus Horebs Dornbuſch gegeben. Daß der Helm durch Gottes Fü⸗ gung gekommen, dafür liegt die zureichende Gewähr in dem thatſächlichen Umſtand, daß der Himmel ihr ein Zeichen verheißen hat.. 4
Nur eins nimmt uns wunder. Kein Abſchiedswort hat Jo⸗ hanna für die Dorfbewohner, kein Abſchiedswort für ihren Vater und ihre Geſchwiſter. Auffallend an ſich ſelbſt, wird dies noch auffallender durch den Gegenſatz zu der Innigkeit, womit ſie allen Naturdingen, ſagar dem Echo ihr Lebewohl zuruft. Johanna


