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Und als ich Bahn mir mache durchs Gewühl,
Da tritt ein braun Bohemerweib mich an Mit dieſem Helm, faßt mich in's Auge ſcharf Und ſpricht:„Geſell, Ihr ſuchet einen Helm, Ich weiß Ihr ſuchet einen. Dal Nehmt hin! Um ein Geringes ſteht er Euch zu Kaufe.“
——„Geht zu den Lanzenknechten“, ſagt ich ihr, „Ich bin ein Landmann, brauche nicht des Helmes.“ Sie aber ließ nicht ab und ſagte ferner:
„Kein Menſch vermag zu ſagen, ob er nicht
Des Helmes braucht. Ein ſtählern Dach für’s Haupt Iſt jetzo mehr werth, als ein ſteinern Haus.“
So trieb ſie mich durch alle Gaßen, mir
Den Helm aufnöthigend, den ich nicht wollte.
Ich ſah den Helm, daß er ſo blank und ſchön Und würdig eines ritterlichen Haupts, Und da ich zweifelnd in der Hand ihn wog,
Des Abenteuers Seltſamkeit bedenkend,
Da war das Weib mir aus den Augen, ſchnell, Hinweggerißen hatte ſie der Strom
Des Volkes, und der Helm blieb mir in Händen.
Blicken wir zunächſt in die Seele der Jungfrau und verſetzen uns alsdann auf den Standpunct des Zuſchauers.
Der Helm in der Hand des Landmanns, das Kriegs⸗ gerät in der Friedensgegend: bei dieſem ſeltſamen Anblick iſt Johanna, welche bisher theilnahmslos bei Seite geſtanden, aufmerkſam geworden und nahe an den Erzähler herangetreten. Wie uns bekannt, hat ſeither das verheißene Zeichen alle ihre Gedanken in Erwartung gefeßelt, jetzt geht ihr in dem auffal⸗ lenden Erſcheinen des prächtigen Ritterhelms der erſte Strahl der Erfüllung auf, und alsbald ſchlägt aus Bertrands wunderbarem Bericht die Gewisheit derſelben wie eine Flamme


