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Da nun, wie gesagt, fast jedesmal Herbst und Ostern die Listen der in die höhere Klasse versetzten und zur Universität oder zum Gymnasium superius entlassenen vor den Neueingetretenen angegeben sind, so lassen sich die Schüler vielfach bis zu ihrem Austritt verfolgen. Freilich ver- schwinden auch viele, nämlich die, welche vor vollendetem Kurse ausgetreten sind. Es ließe sich also ein leidlich vollständiges Schüler-Album, wie sie heute geführt werden, zusammenstellen, eine Arbeit, die freilich viele Mühe machen und grobße Sorgfalt erfordern würde, uns aber auch ein annäherndes Bild davon gäbe, wie viel Zeit die Schüler in den einzelnen Klassen im Durchsehnitt gesessen haben. Wenn es ja auch vereinzelt vorkommt, daß junge Leute von 14 oder 15 Jahren schon in das Gymnasium superius eintreten(Melanchthon war ja mit 17 Jahren magister), so sind dies doch wohl seltene Ausnahmen, und sie werden die 5 Klassen sicher nicht in 5 Jahren haben durchlaufen können, sondern mehrere Jahre in einer Klasse haben zubringen müssen. Da nun jede Klasse nur einen Lehrer hatte, so gewinnen wir aus diesen Angaben auch ein Bild von der Schwierigkeit, die das gleichzeitige Unterrichten von Schülern, die an Jahren und Wissen so verschieden waren, verursachen mußte.— Aus mancherlei Andeutungen geht hervor, daß die Tätigkeit des Lehrers der damaligen Zeit wesentlich in dem Abhören des gelernten Pensums bestand. Während er die einen abfragte, mußten die anderen lernen.
Um uns ein Bild von dem Aufsteigen der Schüler zu machen, wollen wir einige Angehörige der Familie Grimm auch um deswillen herausnehmen, weil, wie es scheint, wir dabei den Stamm- baum dieser Familie in etwas ergäünzen können. Da ist zunächst der Urgroßvater der Brüder Jacob(i) und Wilhelm(k) Grimm. Dieser namens Friedrieh Grimm(d) war geboren 16. Oktober 1672 und starb 4. April 1748.(Strieder V.) Er war reformierter Pfarrer und Inspektor seit 1706. Er hat gewiß zu den befähigteren Schülern gehört. Wir werden wohl nicht irre gehen, wenn wir mit ihm iden- tificieren den am 21.(der Monat fehlt, wahrscheinlich ist es Juli) 1678 angemeldeten„Fridericus Grimm, filius Henrici Grimm(b), puer 7 annorum a parente adductus et classi sextae adnumeratus. Er stieg Herbst 1681, also nach dreijährigem Besuche der Elementarklasse aus dieser nach Quinta auf, Herbst 1682 nach Quarta, Herbst 1683 nach Tertia, Herbst 1684 teilte er das Los zurückzubleiben mit allen seinen Klassengenossen, Frühjahr 1685 ward er nach Secunda, Herbst 1686 nach Prima versetzt, Herbst 1688 zur Universität(ad lectiones publicas) entlassen. Ein Heinrich Grimm(e), höchst- wahrscheinlich sein Bruder. Heinrich Grimms(b) filius(der Stand des Vaters ist weder bei Priedrich noch bei Heinrich angeführt) tritt als puer 5 ½ annorum am 14. April 1682 jedenfalls wie sein Vordermann und sein Hintermann in die Sexta ein, wird aber von da ab nicht mehr genannt. Er ist entweder in eine andere Anstalt übergetreten oder als Sextaner gestorben. Ich finde über ihn sonst nichts erwähnt.
Falls die Angaben, die Duncker(Die Brüder Grimm, Kassel 1884) gestützt auf B. Denhard (Die Gebrüder Grimm, Vortrag Hanau 1860) gemacht hat, richtig sind, woran wohl nicht zu zweifeln ist, da sie auf die Kirchenbücher zurückgehen, so wäre der Großvater der beiden erwähnten Brüder Friedrich(d) und Heinrich(e) ein Johannes Grimm(a) gewesen, der um 1654 Bürger und Gasthalter in der Hanauer Altstadt war. Nun findet sich Frühjahr 1650 folgender Eintrag im Album: Philippus Grimm(cν) Hanoviensis Johannis Grimmii(a?) oenopolae ad alborum equorum filius 4. Martii 5tae addictus. Der Vorname und der Beruf des Vaters— Weinwirt zu den weißen Rossen— sowie die Zeit lassen es als fast gewiß erscheinen, daß Philipp Grimm(c) ein Bruder des erwähnten Heinrich Grimm(b) war. Nach Strieder war dieser Heinrich Grimm(b), der am 11. Sept. 1713 zu Dörnigheim starb, herrschaftlicher Wegegeld-Einnehmer. Philipp Grimm(c) war also ein Oheim des erwähnten Friedrich Grimm(d), des nachmaligen Konsistorialrates. Ich finde ihn nach 1650 im Album nicht weiter erwähnt. Von Interesse ist das Stammhaus„zu den weißen Rossen“. Nach den Mitteilungen Thyriots in der
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