Aufsatz 
Königliches Gymnasium zu Hanau, vordem "Hohe Landesschule". Festschrift zur Gedenkfeier des 300jährigen Bestehens der Anstalt. 1607-1907
Entstehung
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Sexta nach Quinta. Von 1665 an finden sich Aufnahmen in die Sexta angegeben, jedoch fehlen für die ersten Jahre, die unter das Scholarchat des Rektors der Gesamtanstalt fallen, alle Angaben

über Versetzungen, somit auch die über Versetzungen aus Sexta nach Quinta.

Zum Jahre 1670 ist, wie es scheint von der Hand des späteren Rektors Abraham Stang, bemerkt:Hoc examen auctumnale anni 1670 uti videtur fuit primum post habitum examen auctumnale 1664 vicario rectore D. Burgero. Toto igitur sexennio nullum habitum fuit examen publicum. Da der 1665 eingeführte Professor und Rektor der Gesamtschule Gantersviler in Georgius Otto, wenigstens als Rektor des Pädagogiums, einen Nachfolger fand und unter diesem die regel- mäbßigen Examina nebst den Versetzungen wieder aufgeführt sind, so hat Gantersviler vielleicht die Versetzungsprüfungen ganz abgeschafft, entweder weil ihm seine Stellung als Universitätsrektor und Professor zu wenig Zeit dafür übrig ließ, oder weil er sie für unzweckmäbßig hielt. Nach Urteilen über diese Prüfungen, die(nach den Akten) um die Mitte des 18. Jahrhunderts von einem damaligen Regierungsrat Ledderhose, der mit der Revision der Anstalt betraut war, gefällt wurden, muß man allerdings befürchten, daß viel Schein bei den Prüfungen, später wenigstens, untergelaufen ist. Jedenfalls hat Gantersviler den Ergebnissen der Versetzungen keinen Raum mehr in der Matrikel gegönnt, wahrscheinlich deshalb, weil man diese Klasse nur als eine Art von Vorschulklasse betrachtete, deren Schüler nullani eigentlich noch keine vollgültigenKlassiken waren.

Von Herbst 1670 ab werden wieder regelmäßige Herbst- und. Frühjahrsprüfungen und Versetzungen aufgeführt, aber keine aus Sexta nach Quinta; diese letzteren beginnen erst mit dem Frühjahr 1671 und dauern nur bis zum Frühjahre 1683. Dagegen kommen von 1665 an, soweit ich sehen kann. regelmäßig Aufnahmen in die Sexta vor. Es gewinnt also den Anschein, als ob mit dem Ausbau der Schule nach oben zur Universität, mit der Verwandlung des paedagogium illustre in ein gymnasium illustre auch eine Erweiterung nach unten stattgefunden habe, indem aman die ehemals mit der Quinta, in der der Lateinunterricht begonnen wurde, verbundene deutsche Abteilung, in der nur die Elemente Lesen, Schreiben, Rechnen gelehrt wurden, in eine selbständige Klasse Sexta verwandelte. Es erscheint dies auch um deswillen wahrscheinlich, weil man mit der Ubersiedelung in den Neubau Platz auch für diese Klasse gewann.

In dieser unteren Abteilung der Quinta bezw. der, wie wir glaubten annehmen zu sollen, seit 1665 eingerichteten selbständigen Sexta brachten nun die Schüler, wie aus vielfachen Beispielen hervorgeht eines davon hetr. Friedrich Grimm folgt weiter unten mehrere Jahre zu, um die ersten Elemente zu erlernen. Einzelne Notizen sind allerdings wieder geeignet, das Bild, das wir uns entworfen haben, zu trüben.

Der nachmalige Rektor Priedrich Jung, ein hochverdienter Lehrer und Rektor, von dem weiter unten noch die Rede sein wird(er stand von 1713 1737 der Schule vor) scheint in betreff des schulpflichtigen Alters Ansichten gehabt zu haben, die heute wohl nur noch von wenigen geteilt werden. Er schickt im Dezember 1726 seinen Sohn Johann Philipp, um ihn von den Gassenbuben wegzuhalten(ut malignorum consortio seiungeretur) und ihn an die Arbeit zu gewöhnen, obwohl er erst 4 Jahre alt war, in die Sexta, und im Februar 1731 führt er in eigener Person in ebendieselben Klasse seinen erst 4 ¾ Jahre alten Sohn Franz Wilhelm ein, nachdem dieser vorher schon 15 Monate lang eine Trivialschule besucht hatte(apud dominum Fabrum trivialem paedogogum frequentarat). Das Kind wurde also im Alter von 3 ½ Jahren in die Schule gebracht. Wir wollen annehmen, daß die Schule des Herrn Faber eine Art von Kleinkinderschule gewesen ist.