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Endlich sei noch erwähnt ein Schüler, der unter seinen Mitschülern jedenfalls großes Aufsehen erregt hat. Es war ein waschechter Mohr, der 15 Jahre alt(ob er wohl einen Geburts- schein mitgebracht hat?) am 19. Dezember 1674 in die Sexta eintrat. Er war Diener bei der damaligen Gräfin Sibylle Christine von Anhalt, der Gemahlin Friedrich Casimirs und führte die Namen Christian Leopold Kasimir. Die Gräfin hatte ihn von den Generalstaaten der Niederlande zum Präsent erhalten, dachte aber wohl edel genug, dem armen Jungen wenigstens einige Erziehung zu teil werden zu lassen. Ob er große Fortschritte gemacht hat, wird nicht gesagt. Ich habe bis zum Frühjahr 1681 seinen Namen unter den aus Sexta nach Quinta versetzten umsonst gesucht. Alles was von ihm gesagt wird, ist folgendes:
1674 die 19. decembris Christianus Leopoldus Casimirus aethiops 15 annorum, serenissimae nostrae Principi a servitiis Potentissimorum Belgii Foederati statuum donatione, sextae classi adnumeratus.
Von Interesse sind die fast stets lateinisch bezeichneten Lebensstellungen der Väter. Da kommen in buntem Durcheinander vor: sartor(Schneider), pastor(Pfarrer), tibiarum confector(Flöten- fabrikant), lanio(Metzger), rusticus(Bauer), praefectus silvarum(Förster oder Waldaufseher), fimbriarum confector(Posamentier, ziemlich häufig), crustarius(Stukkateur), faberlignarius(Zimmer- mann oder Holzarbeiter), von militärischen Stellungen der nobilis Dominus legatus militaris, der ductor militum, propraetor militaris, miles praesidiarius, signifer, miles in cohorte praetoria und der custos bombardarius. Ferner der sutor(Schuster), fenestrarius(Glaser), ephippiarius consilii nostri(Hofsattler?), mercator(Kaufmann), cerevisiarius(Brauer), vietor(Böttcher), pistor(Bäcker), scriniarius(Schreiner), plaustrarius(Wagner), mercenarius(Taglöhner), carminarius?(Krämpler), ludimoderator(Elementarlehrer), opilio(Schäfer), senator, coriarius(Gerber oder Lederhändler), alceator(Schuster), legatus supremus dioeceseos, gladiorum opifex(Schwertfeger), strator platearum (Reitbahnknecht), negatiator vinarius(Weinhändler), veredarius(Kurier), auriga(Fuhrmann), der institor(Hausierer) und schließlich auch der vespillo(Leichenträger). Jedenfalls ist weit größer die Zahl derer, die aus einfachen Verhältnissen stammen, als die der Vornehmen und Reichen. Bisweilen geht auch das Latein aus. So heißt es 1657 Petrus Haan, Johannis Hahn, Seiden- wücklers filius.
Die Aufnahmen wie die regelmäbßigen Versetzungen und die Entlassungen zur Universität, die beiden letzteren auf Grund einer Prüfung(examen vernum und autumnale), finden im Frühling und im Herbst statt. Die Schüler werden bei der Aufnahmeprüfung den verschiedenen Klassen zugewiesen. Diejenigen, die noch ohne Vorbildung sind, kommen in die unterste Klasse, die Quinta. Diese unterste Klasse Quinta heißt, wenigstens im Jahre 1648, auch Schola Germanica, später wird die unterste Klasse auch gelegentlich„der teutsche Tisch“ genannt. Sie besteht aber anfangs jedenfalls aus zwei Abteilungen von Schülern, den Latini, die Latein lernen, und den Germani, die wohl zunächst die ersten Elemente des Lesens und Schreibens zur Aufgabe hatten.
Das Alter des Eintritts in die unterste Quinta classis ist ziemlich schwankend. Es kommt vor, daß Kinder von 12 Jahren in sie eintreten, es kommt auch vor, daß sie mit 5, ja mit 4 ½ Jahren aufgenommen werden, z. B. 1654 ein Johannes Christophorus Weigel, der erst 4 ½ Jahre alt ist, 1651 ein Petrus Türch, der erst 5 Jahre alt ist, 1655 ein Paulus Dopf, scribae in porta canali filius, der gar erst 4 Jahre alt ist. Diese sind jedenfalls der untersten, deutschen Abteilung zugewiesen worden. Später ist diese deutsche Abteilung, wie es scheint, von der Quinta ab- getrennt und zu einer besonderen Klasse Sexta erhoben worden. Vor 1665 finden sich, soweit ich es verfolgen konnte, keine Angaben über Aufnahmen in die Sexta oder über Versetzungen aus
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