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kann nicht die Aufgabe sein, ein Verzeichnis sämtlicher Schüler von 1648—1748 zu geben. Es mögen die unten angeführten Proben genügen.
Von besonderer Wichtigkeit sind die Namen der neu eintretenden Schüler— sie werden reögrro genannt oder 9wνräreiooν oder advenae literarii oder novitii oder adventitii.
Bei der Aufnahme wurde in die Matrikel meist folgendes eingetragen: Vor- und Zuname, Geburtsort, Name, Stand und Heimat des Vaters. Lebensalter des Eintretenden, die Persönlichkeit, die ihn vorgestellt hat(meist Vater oder Mutter), Tag der Vorstellung und Aufnahmeklasse. Die Religion wurde zumeist nicht eingetragen, weil fast nur reformierte Schüler um Aufnahme nachsuchten. Findet eine Ausnahme statt, so wird dies ausdrücklich erwähnt, z. B.: Johannes Philippus Emmelius, Hanoviensis, Domini Philippi Emmelii hospitis urbani filius, a Domino patre adductus et secundae classi traditus, religionis Lutheranae, ideo ad catechesin non cogendus, die 6. Aprilis anni 1654. 15. annorum.
Die Einträge sind nicht rein schematisch, sondern sind vielfach noch durch Notizen über besondere Lebensverhältnisse erweitert, durch welche die Matrikel manchmal fast die Bedeutung einer Chronik erhält. So heißt es im Jahre 1654: Johannes Valentinus Seul, Kebeliensis, Valentini vigilis nocturni filius; parens ejus a magistro equitum comitis Ernesti interfectus est; octo annorum a matre adductus, quintae classi assignatus, die tertio Julii. Bei einem Schüler Johannes Bussius 1654: natura mutus et surdus! Bei Andreas Schunck, dem Sohne eines Propraetor militaris heißt es: assignatus die 21. Aprilis 1655 et hoc ipso die pater ingressus est annum aetatis suae 47.
Mehrfach finden sich solche Notizen im Jahre 1663. So: Johannes Georgius Spechtius Wilhelmi Spechtii fugitivi et desertoris uxoris; ferner Johannes Henricus Nagelius typotheca profugus et desertor conjugis et liberorum, cuius uxor adduxit filiolum 7 annorum; ferner Johannes Richardus Textor, novae civitatis civis et sutor ex commiseratione adduxit parvulum ab improba matre desertum, cuius parens p. m. fuit Johann Burckhard Müller, filius autem vocatur Adolphus Müller. Zum Jahre 1720 heißt es Johannes Georgius Wipffius, filius Johannis Georgii Wipffii sutoris in incendio Franco- furtensi infeliciter ab Hanoviensibus ad restringuendum missi et interfecti filius 12 ennis ad quintam classem introducebatur.
Bei einzelnen an Jahren etwas vorgerückten Schülern ist bemerkt, daß sie in die schola vernacula eingetreten sind, bei andern ist gesagt, daß sie in numerum pauperum relati sind. Da der Unterricht— später wenigstens— unentgeltlich für alle war, so sind darunter wohl die zu verstehen, die Freitisch oder eine volle Freistelle unter dem oeconomus hatten.
Auch die Vorgänge der Weltgeschichte spielen in die Aufzeichnungen hinein. Nach Auf- hebung des Ediktes von Nantes 1685 treten einzelne Söhne französischer Emigranten aus Metz in die Anstalt. Von einem heißt es: David Piersené Metensis filius domini Samuelis Piersené merca- toris Metensis puer 14 annorum ex plus quam diabolica regis Gallici persecutione reformatorum ad nos confugit et secundae classi adscriptus anno 1685, qui annus bonis reformatis exstitit acer. 16. d. novembr.
Von Schülern der Anstalt sei auch noch erwähnt Abraham Stang aus Frankfurt, der Sohn des verstorbenen negotiator Stang. Er wurde am 18. Dezember 1699 in die Quarta aufgenommen und konnte später mit eigener Hand am Rande der Matrikel bemerken: postea gymnasii conrector et rector. Er hat die Matrikel genau studiert und am Schlusse die weiter unten abgedruckte Zu- sammenstellung der Lehrer etc. der Anstalt von 1648— 1748 gemacht. Er starb wahrscheinlich vor 1754.


