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allein bei Mannsgedenken in ganz Europa vndt also auch zu Hanow, jeder Zeit gebräuchlich gewesen, . von einem Hochw. Consistorio im Jahr 1624 den 10 Martio öffentlich bestettiget vnd Rectori
Pareo zugestelt worden.
Das Schriftstück hat folgende Überschrift:„Warumb der Ungebräuchliche Methodus oder Arth zu declinieren und conjugiren, welehen der neue Conrector Fridericus Schlemmerus nun in die fünf Monat der lieben zarten Jugent aufzutringen vnd einzuplagen sich vnterstanden, nicht bei der Gräflichen Schufe Hanau zu dulden Sondern man es bei dem Uhralten und von allen Hochgelärthen Männern approbirten Schlag verbleiben laßen soll.-
Das Consistorium beschließt am 28. März 1638(soll wohl heißen 1639) communi consensu, daß in der öffentlichen Schule die Alte Art und Methode aus dem Donat gebraucht werden soll, privatim möge Schlemmer seine Methode gebrauchen, wenn er glaube etwas damit auszurichten.
Von 1640— 1648 besitzen wir die Protokolle des Schulrats, sie handeln jedoch nur von der materiellen Unterstützung der Schule und der Sicherung der Schulrente.
Von besonderer Wichtigkeit ist dagegen die von Piderit mitgeteilte Berufung des Hanauischen und Isenburgischen Rates Dr. jur. utriusque Johannes Geissel zum Scholarchen und das ihm erteilte Instruktions- Memorial. Durch dieses wurde die innere und äußere Gestaltung des Schulwesens neugeordnet und auf festen Grund gestellt. Immerhin mag der Umstand, daß der alte Herr Pareus noch bis zu seinem Tode auf seinem Posten blieb— er starb 1648, 74 Jahre alt— die Wirksamkeit Geissels vielfach gehemmt haben.
1648 wurde nach Pareus Tod das Rektorat an Paul Wolff aus Umstadt, der schon seit 1640 das Conrektorat bekleidet hatte. übertragen. Er scheint ein zielbewußter und energischer Mann gewesen zu sein, und es ist wohl kein Zufall, daß er seine Tätigkeit als Conrektor in dem- selben Jahre begonnen hat, wo Geissel das Scholarchat übernahm. Er ist es auch gewesen, der die Matrikel 1648 begonnen und bis 1662 geführt hat.
Mit ihr beginnt die heute noch fortlaufende Schülerliste unseres Gymnasiums. Die für die Zeit von 1748— 1813 ist sicher auch vorhanden gewesen, fehlt aber in unserem Archiv. Sie läßt sich indessen aus den dem Konsistorium regelmäßig eingeschickten Versetzungsprotokollen zur Not ergänzen. Auch die älteste Matrikel(1648— 1748) war nebst zahlreichen andern Akten in das Archiv des Hanauischen Konsistoriums gekommen und wurde erst 1878 auf Ansuchen des damaligen Direktors Fürstenau an die Anstalt zurückgegeben. Piderit hat bei Abfassung seiner Schulgeschichte schwerlich von ihr etwas gewußt.


