Hierauf deklamieren: 1. Ludwig Haas: Den Ritter Harras, von Körner.
2. Karl Rhodius: Reflexions d'un philosophe aimable, par Fenelon.
3. Friedrich von Preuſchen: Elegie auf dem Schlacht⸗ felde von Kunnersdorf, von Tiedge. 4. Ludwig Marburg: Der Teufel zu Salamanka, von Körner. 5. Ferdinand Götz: Der Handſchuh, von Schiller. Zweiter Teil. Rondo, von Haydn. Hierauf deklamieren: 1. Carl Eſau: Die Roßdecke, von Langbein.
2. Adolph Rhodius: Fragment de l'épitre sur les plaisirs de la campagne,z par Boileau.
. Friedrich Conrad: Der ernſte König, von Juſtt.
.Friedrich Hofmann: Unten und oben, von Geißler.
.Ludwig v. Preuſchen: Das Feuerwerk, von Eber⸗ hard.
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Chorgeſang der Zöglinge. Hierauf deklamieren: 1. Konrad Becker: Der Weiſe, aus Kerndörffers Materialien für Deklamation. 2. Heinrich Meſſerſchmidt: Das Kind und der Spiegel, von Pfeffel. 3. Guſtav Vigelius: Die Hundetreue oder des Pach⸗ ter Steffens Abentheuer, aus Kerndörfffer. 4. Friedrich Götz: Der Geizige und der Affe, aus Kerndörffer. 5. Hermann Becker: Der eitle Schmetterling, eben⸗ daher.
Chorgeſang der Zöglinge. Abſchiedsrede, gehalten von Eduard Becker: Ueber die Vortheile, welche dem Jünglinge das lebhafte Andenken an die Seinigen und alle, die ihm teuer
ſind, verſchafft. Entlaſſungsrede des Rektors. Der Schluß von obiger Symphonie.
Es iſt erfreulich zu ſehen, wie ſchon damals neben Deklamation und Chören die Inſtrumental⸗ muſit in den Dienſt ſolcher Veranſtaltungen ge⸗ ſtellt wurde. Allerdings hatte jene Zeit der un⸗ ſerigen, wenigſtens an den naſſauiſchen Schulen, das voraus, daß behördlicherſeits ein freiwilliger Muſikunterricht an der Schule eingerichtet war. Jedenfalls wird in den Jahresberichten von 1821 ab ein Herr Friedr. Tintemann,) von Oſtern 1841 ab ein Herr Jakob Wölfing als an der Anſtalt angeſtellter Muſiklehrer erwähnt, und in den Schlußfeſtlichkeiten haben dieſe nicht nur ihre Schüler regelmäßig auf⸗
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treten laſſen, ſondern ſind oftmals ſelbſt als aus⸗ übende Künſtler hervorgetreten. Im Laufe der Zeit hat ſich der urſprünglich aus den Prüfungen herge⸗ leitete Feſtaktus, durch den man möglicherweiſe den durch das Ergebnis der Prüfung nicht immer befrie⸗ digten Eltern eine Ablenkung geben wollte, gelöſt und verſelbſtändigt. Das darf wohl mit daraus ge⸗ ſchloſſen werden, daß vom Anfang der 30er Jahre an auch eine Herbſtprüfung ohne anſchließende Feier eingerichtet iſt. Regelmäßig wird ferner, wenn auch die Programme der älteren Zeit darüber ſchweigen, der Geburtstag des Landesfürſten²) feſt⸗ lich begangen worden ſein; der erſte Bericht über eine ſolche Feier liegt aus dem Jahre 1845 vor, wo der„hohe Geburtstag Sr. Hoheit des Herzogs von Seiten des Pädagogiums durch ein Schulfeſt im großen Saale des Rathauſes gefeiert“ worden iſt. In ſpäteren Jahren iſt dieſer Tag wiederholt auch Anlaß zu einem gemeinſamen Ausflug(Neues Haus, Eſchenburg, laufenden Stein, Haiger) geweſen.
Seit dieſer Zeit ſcheint es mit der Förderung des Turnunterrichtes(vergl. S. 16) auch zu jährlichen Turnfeſten gekommen ſein, denn der genannte Jah⸗ resbericht meldet, daß am 20. Oktober die Anſtalt das erſte Turnfeſt begangen habe, dem„Hunderte von Zuſchauern aus allen Ständen“ beiwohnten und an deſſen Schluß die Schüler„in einem Fackelzuge froh und heiter und begleitet von vielen Freunden der Jugendbildung nach der Stadt zurückgekehrt“ ſeien. Einer feſtlichen Veranſtaltung möchte ich noch Erwähnung tun, da ſie nicht eine regelmäßig wieder⸗ kehrende geweſen iſt: Das 25 jährige Regierungs⸗ jubiläum des Herzogs wurde am 20. Auguſt 1863 abends 5 Uhr, durch eine Feierlichkeit, an der das Pädagogium wie alle öffentlichen Körperſchaften teil⸗ genommen haben, im Archivſaal begangen, bei der der Rektor der Schule die Feſtrede hielt.
Nach der Schlußfeierlichkeit wurden die Schüler in die Oſterferien entlaſſen. Dieſe haben in den älteren Zeiten durchſchnittlich 4 Wochen gedauert; über die übrige Ferienordnung laſſen uns die Berichte der erſten Jahrzehnte im Stich. In den 50 er und 60 er Jahren iſt die Feriendauer ziemlich mit der heutigen übereinſtimmend; ſie weicht im weſentlichen nur dadurch ab, daß keine Sommer⸗ ferien vorgeſehen ſind, dafür aber die Herbſtferien ſich meiſt über den ganzen Monat September er⸗ ſtreckten.
VII. Die Schulrüumlichkoiton,
Der mit der Neueinrichtung der naſſauiſchen ge⸗ lehrten Schulen im Jahre 1817 gegründete Zentral⸗ ſtudienfonds hatte, wie oben bereits erwähnt, u. a. die Beſtimmung, die zur Beſchaffung und Unter⸗ haltung geeigneter Schulräumlichkeiten er⸗
1) Er ſtammte aus Seßt in Weſtfalen, wo er am 22. 10. 1789 geboren war. H. 1829 wurde er nach Wiesbaden verſetzt, wo er bis Dezember 1859 als Muſiklehrer gewirkt hat. Damals wechſelte er den Beruf und ſtarb als Reg.⸗Kanzliſt am 31. 12. 1869.(Wiesb. Feſtſchrift 1894 S. 42— 43)
— 2) Herzog Adolf(ſeit 1859) war am 24. Juli geboren.
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