Aufsatz 
Staatliches Gymnasium zu Dillenburg. Festschrift zur 50jährigen Gedenkfeier seines Bestehens als Vollanstalt am 8. und 9. September 1924
Entstehung
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11. Seel, Karl, aus Siegen 12. Beſcherer, Karl, aus Haiger 12. Reeh, Philipp, aus Dillenburg.

4. Klaſſe:

1. Flindt, Wilhelm, aus Dillenburg 2. Seiler, Wilhelm, aus Dillenburg 3. Cäſar, Emil, aus Alpenrod

4. Lorsbach, Adolph, aus Dillenburg 5. Eſau, Jakob, aus Dillenburg

6. Stahl, Heinrich, aus Dillenburg 7. Forell, Moritz, aus Dillenburg 8. Steup, Wilhelm, aus Dillenburg 9. Weidenbach, Ernſt, aus Dillenburg 10. l'Allemand, Konrad, aus Dillenburg 11. Petſch, Karl, aus Dillenburg

12. Eberhard, Eduard, aus Dillenburg 13. Jung, Jakob, aus Steinbrücken 14. Marburg, Wilhelm, aus Rennerod 15. Reeh, Chriſtian, aus Dillenburg.

Von den damaligen 60 ¹) Schülern der An⸗ ſtalt ſtammen 35 aus der Stadt ſelbſt, 16 aus Orten der ehemals oraniſchen Lande und nur 9 aus anderen naſſauiſchen oder angrenzenden Ge⸗ bieten. Wohl finden wir in einzelnen Jahrgängen der ſpäteren Jahrzehnte dieſes Verhältnis etwas zugunſten der anderen naſſauiſchen Landesteile ver⸗ ſchoben, ja es treten, wenn auch äußerſt ſelten, Namen aus nichtnaſſauiſchen Gegenden(bereits 1829/30 Theodor Heusler aus Bonn, 1857/58 Wil⸗ helm Ulrich aus Marburg, 1861/62 Gotthardt Böhmer von Blankenroth im preuß. Reg.⸗Bezirk Koblenz, 1866/67 Scipion Illy aus Paris) auf, aber es iſt allgemein doch feſtzuſtellen, daß die Schule auch in den Jahren von 18501870 über⸗ wiegend von Einheimiſchen beſucht war. Das iſt erklärlich, wenn wir bedenken, daß ſeit der Neu⸗ ordnung des naſſauiſchen Schulweſens im Jahre 1844 eine ganze Anzahl neuer Schulen, insbeſondere auch Realſchulen?), an den größeren Orten des Landes eingerichtet waren, ſodaß der Zuzug von außerhalb, zumal Dillenburg etwas abſeits gelegen war, immer mehr nachließ. Das iſt erſt allmählich in der preußiſchen Zeit, und zwar lange nach dem Ausbau zur Vollanſtalt, anders geworden.

Aus obiger Schülerliſte iſt auch ein Rückſchluß auf die bürgerlichen Verhältniſſe der Schüler zu machen. Man ſieht auf den erſten Blick, daß vor allem der naſſauiſche Beamtenſtand aller Grade und die Familien, welche die Träger des aufblühenden Wirtſchaftslebens im Dilltale geweſen oder geworden ſind, einen anſehnlichen Vomhundertſatz derſelben ſtellen. Aber auch mancher Sohn von Landwirten

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oder Gewerbetreibenden iſt in der damaligen Zeit Schüler der Anſtalt geweſen.

Das Verhalten der Schüler in der Schule und Oeffentlichkeit wird im allgemeinen ein wohlbefrie⸗ digendes geweſen ſein, wenigſtens laſſen die immer⸗ wiederkehrenden Bemerkungen über die Disziplin, wie ſie ſich in den Jahresberichten vor allem der 60 er Jahre finden, z. B.Körperliche Strafen waren keine, Arreſtſtrafen nur in wenigen Fällen notwendig geworden einen anderweitigen Schluß nicht zu.

VI. Schulfoſtlichkoiton und Forion⸗

In den erſten Jahrzehnten der naſſauiſchen Periode hat ſich das Schulleben in ſehr einfacher Form abgeſpielt. Jedenfalls wiſſen die Jahres⸗ berichte in der Schulchronik von beſonderen Feſtlich⸗ keiten nichts zu berichten. Das einzige jährliche Schul⸗ feſt war die Schlußfeierlichkeit, die ſich an die öffentlichen Prüfungen anſchloß und von der oben ſchon wiederholt die Rede war. Zu ihr wurden ſeitens des Rektors durch dieEinladungsſchrift ³) die An⸗ gehörigen der Schüler,die Freunde und Gönner der lernenden Jugend feierlich eingeladen, und in dieſer wurde meiſt auf der letzten Seite das Pro⸗ gramm der Feſtlichkeit mit Namensnennung der mit⸗ wirkenden Schüler bekannt gegeben. Es folgt hier dasjenige vom 16. März 1821, das die Art einer ſolchen Schulfeier kennzeichnen möge.

Ueberſicht über die Schulfetzerlichkeit. Erſter Teil⸗ Symphonie von Hanydn. Hierauf folgende Reden und Deklamationen: 1. Friedrich Achenbach ſchildert die Schuld als das größte Uebel. 2. Franz Winter zeigt den Werth des Bewußtſeyns des Guten. 3. Heinrich Groos deklamiert Wilhelm Tell C. Lang. 4. Robert Haas: Niobe, von Chriſtine Weſtphalen. 5. Karl Hilt: Der Perlenkranz, von Pfeffel. Ein Potpourri der Lieblingsſtücke aus der Oper Tancred, vorgetragen von den Zöglingen: Ferdinand Götz, Eduard Becker, Karl Hilt mit der öte Lrdwir von Preuſchen, Friedrich Götz mit Violine, Friedrich von Preuſchen mit Violonſchelle. Hierauf ein Thema mit Variationen von Herrn Tintemann, vorgetragen von demſelben.

von

1) Dieſe Beſuchsziffer iſt eine der höchſten, die ſich findet; im allgemeinen ſchwankt die Schülerzahl zwiſchen 30 und 50 Schülern. 2) Nach dem 2nDeeſen Sachaziſten des Herzogtums Naſſau für 1847 befanden ſich außer dem Realgymnaſium in Wiesbaden noch 8 Realſchulen im Lande, näml. zu Diez, Hachenburg, Höchſt, Langenſchwalbach, Limburg, Montabaur, Ems u. Geiſenheim. 3) S. Titelblatt des erſten Schulprogramms(1818).

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