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ſich einer nochmaligen Prüfung in Wiesbaden unter⸗ zogen, um in den heimatlichen höheren Schuldienſt eintreten zu können. In den früheren Zeiten wur⸗ den dieſe dann ſofort mit ſelbſtändigem Unterricht betraut; erſt ſeit Anfang der 40 er Jahre iſt ein halbjähriger Probekurſus vorgeſchrieben, und wieder⸗ holt ſind auch Lehramtsanwärter der hieſigen An⸗ ſtalt zum Zwecke ihrer pädagogiſchen Ausbildung zugewieſen worden.
Bemerkenswert iſt ſchließlich noch, daß der ſeit 1817 beſtehende allgemeine Religionsunterrichti) ſeit Oſtern 1844 aus dem Lektionsplan beſeitigt wurde, wogegen dem konfeſſionellen, von den Pfarrern der verſchiedenen Kirchengemeinden erteilten, je eine Stunde zugelegt wurde. Man wird wohl nicht fehl⸗ gehen in der Annahme, daß dieſe Aenderung ihren Grund hatte in der Tatſache, daß der praktiſche Zweck, der dieſer Einrichtung vorgeſchwebt hatte, eine innerliche Verſchmelzung der verſchiedenartigen Landesteile herbeizuführen, bis zu einem gewiſſen Grade erreicht war. Im übrigen wird einerſeits der Geſichtspunkt, daß das dem allgemeinen Religions⸗ unterricht vorſchwebende Ziel bei vernünftiger Ein⸗ ſtellung des Lehrers auch in dem anderen Zweig dieſes Lehrfaches erreichbar ſein müſſe und eine Vereinfachung dem vielgeſtaltigen Lehrplan nur dien⸗ lich ſein könne, und anderſeits das Vorbild Preußens auch in dieſem Punkte ausſchlaggebend geweſen ſein.
V. Die Schülor.
Der weſentlichſte Teil eines jeden Schulorga⸗ nismus ſind die Schüler.
Da von ihnen bisher nur in einer zahlenmäßigen Ueberſicht(S. 14) die Rede war, ſo muß, wenn das Bild dieſes Zeitabſchnittes der Entwicklungs⸗ geſchichte der Schule einigermaßen deutlich werden ſoll, das Fehlende nachgeholt werden. Erfreu⸗ licherweiſe liegen in den vorhandenen Programmen die Schülerliſten ſeit 1818 faſt lückenlos vor; ſie ſcheinen auch für die Lokalgeſchichte von nicht zu unterſchätzender Bedeutung zu ſein. Allgemein muß bemerkt werden, daß in den oraniſchen Zeiten die Schule auf den Zuzug lediglich aus der Stadt und der näheren Umgebung, ſoweit ſie zu den ora⸗ niſchen Gebieten gehörte, zu zählen hatte. Der Lan⸗ desfürſt war der Unterhaltsträger der Anſtalt, die eigentlich nur ſeinen Landeskindern zugute kommen ſollte. Wenn auch dieſe Beſchränkung nach dem Aufgehen der Gebiete in dem größeren naſſauiſchen Staatsweſen keine Bedeutung mehr hatte, zumal auch die Perſon des Fürſten als des Inhabers des Patronats der Schule zugunſten der Landesregierung weſentlich zurücktrat, ſo zeigen die Schülerliſten doch, daß in der Zuſammenſetzung der Zöglinge hinſicht⸗ lich der Heimatverhältniſſe in der naſſauiſchen Pe⸗
riode eine weſentliche Aenderung nicht eingetreten iſt. Leider iſt es der Raumerſparnis wegen nicht mög⸗ lich, dieſe Liſten, die ſehr viele auch heute noch in gutem Klange ſtehende Dillenburger Familiennamen enthalten, zum Abdruck zu bringen; zweifellos würde mancher unſerer Mitbürger unter ihnen den eien oder anderen alten Verwandten entdecken. Es möge immerhin ein Verzeichnis, das willkürlich heraus⸗ gegriffene des Jahrgangs 1826/27, hier folgen:
1. Klaſſe:
. v. Arnoldi, Alexander, von Reifenberg .Hofmann, Wilhelm, aus Dillenburg .Wenkenbach, Ernſt, aus Herborn .Haas, Eduard, aus Dillenburg .Helmrich, Heinrich, aus Herborn Schweitzer, Salomon, aus Herborn .Vitt, Thomas, aus Hof Rödgen bei Siegen . Marburg, Karl, aus Rennerod .Haas, Wilhelm, aus Dillenburg
. v. Heemskerk, Eduard, aus Dillenburg .Brunner, Friedrich, aus Dillenburg . Zöſinger, Karl, aus Siegen.
2. Klaſſe:
.Haas, Karl, aus Dillenburg
.Kreutz, Karl, aus Siegen
.Reinhard, Auguſt, aus Dillenburg
. Winter, Ferdinand, aus Dillenburg
. Winter, Karl, aus Dillenburg
Bus, Florus, aus Gambach bei Butzbach Wolf, Ludwig, aus Dillenburg
. Schultheis, Ludwig, aus Dillenburg .Giebler, Karl, aus Kupferberg .Hofmann, Karl, aus Dillenburg .Senker, Ludwig, aus Dillenburg .Weber, Wilhelm, aus Wilnsdorf
. Haas, Alexander, aus Dillenburg
. Genth, Adolf, aus Hachenburg .Haas, Ernſt, ſen., aus Dillenburg .Pagenſtecher, Eduard, aus Dillenburg .Richter, Heinrich, aus Dillenburg
. Preußer, Eduard, aus Dillenburg .Gieße, Friedrich, aus Flacht
. v. Preuſchen, Ernſt, aus Wiesbaden.
3. Klaſſe: . Schneider, Eduard, aus Haiger . Stahl, Theodor, aus Walmerode .Neuhof, Karl, aus Sayn⸗Altenkirchen .Chelius, Friedrich, aus Dillenburg .Klingelhöfer, Wilhelm, aus Bergebersbach Wolf, Rudolph, aus Dillenburg .Krüger, Gottfried, aus Dillenburg . Haas, Ernſt jun., aus Dillenburg .Crevecoeur, Heinrich, aus Crombach .Neuhof, Wilhelm, aus Sayn⸗Altenkirchen
— S 9 ASGROdE
1) Siehe S. 11.
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