Aufsatz 
Festschrift zur Einweihung des Neubaues der höheren Bürgerschule zu Dieburg am 6. August 1908
Entstehung
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In dem in Nr. 46 des obengenannten Zentralblattes(S. 380) veröffentlichten Nachtragsverzeichnis derjenigen höheren Lehran⸗ ſtalten, die zur Ausſtellung von Zeugniſſen über die wiſſenſchaft⸗ liche Befähigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt berechtigt ſind, wurde die Schule unter Klaſſe C. d. aufgeführt. Durch Er⸗ laß vom 19. Dezember 1895 gab Hohe Behörde der Leitung der höheren Bürgerſchule Dieburg und den Großh. Direktionen der Gymnaſien und Realſchulen hiervon Kenntnis.

Am 23. März 1896 begann unter dem Vorſitz des zum außerordentlichen Mitglied der Prüfungskommiſſion ernannten Gymnaſialdirektors Dr. Dettweiler die mündliche Abgangsprüfung der Schüler der erſten Klaſſe; ſie fand unter dem Vorſitz des Herrn Geh. Oberſchulrats Soldan in Gegenwart des Herrn Geh. Regierungsrates Heß und des Herrn Kreisſchulinſpektors Hirſch am Nachmittag des 24. März ihren Abſchluß. Von 21 Prüflingen beſtanden 19(ſ. u.)

1896 97.

Am 9. Mai 1896 verließ uns Herr Schulverwalter Max Halm, um eine Lehrerſtelle an der Mädchenſchule in Darmſtadt zu übernehmen. Am 28. Mai wurde eine weitere akademiſche Lehrerſtelle Herrn Lehramtsaſſeſſor Karl Krauß aus Laubach, ſeither am Gymnaſium zu Mainz, übertragen. An Stelle des Herrn Benefiziaten Heinrich Joſeph, der wegen angegriffener Geſundheit der Schonung bedurfte, übernahm mit Beginn des Schuljahres Herr Kaplan Valentin Grode den katholiſchen Religionsunterricht. Am 11. und 12. März beehrten die Herren Geh. Oberſchulrat Soldan und Gymnaſialdirektor Dr. Dettweiler die Schule mit ihrem Beſuch und wohnten dem Unterrichte in allen Klaſſen bei. Hieran ſchloß ſich eine Sitzung des Gemeinde⸗ rates und Kuratoriums mit obigen Herren und den Mitgliedern der Kreisſchulkommiſſion. Die Stadt erklärte ſich bereit, eine zweite definitive Lehrerſtelle nach Maßgabe des Bürgerſchulgeſetzes ganz zu übernehmen ſſeither eine definitive und eine proviſoriſche). Durch eine Erhöhung des Schulgeldes für auswärtige Schüler ſollten die Mehrausgaben gedeckt, talentvolle Dieburger Schüler aber vom Schulgelde ganz oder teilweiſe befreit werden.: Auch

¹ Seit 1906/07 beträgt das Schulgeld für VIIIIa: 69 Mark(vor⸗ her für VI: 80, für VlIIla: 90 Mark), für IIb und IIa: 108 Mark (vorher 100 Mark); die Schüler aus Dieburg zahlen je 8 Mark weniger (vorher je 15 Mark). Von Brüdern wird dem zweiten ½⅛, dem dritten und folgenden die Hälfte des Schulgeldes erlaſſen.

² Nach§ 5 der Schulordnung vom 6. Februar 1903 ſteht es dem Kuratorium zu, nach ſorgfältiger und gewiſſenhafter Prüfung und Be⸗ achtung der Vorbedingungen 5% der Schüler von der Entrichtung des Schulgeldes vollſtändig oder teilweiſe zu befreien.