Aufsatz 
Festschrift zur Einweihung des Neubaues der höheren Bürgerschule zu Dieburg am 6. August 1908
Entstehung
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wurde in Erwägung gezogen, dem Unterrichte der Schule den Gymnaſiallehrplan zu Grunde zu legen unter Beibehaltung der Realabteilung.!

In dieſem Schuljahre hatten wir zum erſtenmal den Tod eines braven und fleißigen Schülers, Peter Alter aus Mombach, zu beklagen, der am 30. Januar 1897 in ſeiner Heimat einem längeren Siechtum erlag. Seiner Kränklichkeit wegen hatte er nur kurze Zeit der 3. Klaſſe(IIIa) angehört, auf die er im Inter⸗ nate vorbereitet worden war.

Die Abſchlußprüfung wurde am 1. April unter dem Vorſitz des Herrn Geh. Oberſchulrates Soldan und des Herrn Gymnaſial⸗ direktors Dr. Dettweiler abgehalten. Von 18 Prüflingen beſtanden

17(ſ. u.). 1898 7/98.

Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 2. April 1897 wurde der Unterzeichnete endgültig angeſtellt. Pfingſten 1897 ſchied Herr Dr. Hans Reis aus unſerem Lehrerkollegium aus, um ſich der akademiſchen Laufbahn zu widmen. An ſeine Stelle trat Herr Otto Weißgerber vom Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt, der auf Weihnachten zum Lehramtsaſſeſſor ernannt wurde. Durch Verfügung Hoher Behörde vom 29. Oktober erhielt der Leiter der Schule, Herr Dr. Seidenberger, den Amtstitel Rektor.

Die Abſchlußprüfung fand am 24. März unter dem Vorſitz des Herrn Geh. Oberſchulrates Soldan ſtatt. Am Nachmittage beehrte uns auch Herr Geh. Staatsrat Freiherr von Knorr mit ſeinem Beſuch. Als Vertreter der Kreisſchulkommiſſion wohnte Herr Schulrat Hirſch der Prüfung bei. Sämtliche(13) Prüflinge beſtanden(ſ. u.).

1898/˙99.

Das neue Schuljahr brachte uns einen größeren Lehrerwechſel. Herr Lehramtsaſſeſſor Franz Bock übernahm die Leitung der Höheren Bürgerſchule zu Babenhauſen, Herr Schulverwalter Adam Schneider die Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Mädchen⸗ ſchule zu Alzey. An ihre Stelle traten Herr Lehramtsaſſeſſor Heinrich Kinkel, ſeither am Realgymnaſium zu Gießen tätig, und Herr Schulverwalter Joſef Sadek, zuletzt an der höheren Bürger⸗ ſchule zu Hungen verwendet. Im Herbſt verließ uns Herr Pfarrer Wilhelm Vogel, um einem Rufe nach Darmſtadt Folge zu leiſten; desgleichen mußte Herr Kaplan Valentin Grode den Religions⸗ unterricht aufgeben, um eine Kaplanei in Bingen zu übernehmen.

¹ Erſt zu Beginn des Schuljahres 1903/04 wurde die Zahl der lateiniſchen und griechiſchen Stunden dem Lehrplan für die Gymnaſien (1893) entſprechend erhöht, im übrigen aber der Lehrplan für die Real⸗ ſchulen beibehalten.