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Herr Rohr, um ſich auf der Univerſität Gießen dem Studium der neueren Sprachen zu widmen. Für ihn kam hierher Herr Schul⸗ verwalter Adam Schneider, Abiturient des Lehrerſeminars Alzey.
Alljährlich fanden Reviſionen der Schule durch Herrn Geh. Oberſchulrat Soldan mit den Mitgliedern der Großh. Kreisſchul⸗ kommiſſion Dieburg, den Herren Geh. Regierungsrat Heß und Kreisſchulinſpektor Hirſch, ſtatt. In Begleitung der genannten Herren beehrte gegen Schluß des Schuljahres 1893/94 auch Herr Geh. Staatsrat Freiherr Knorr von Roſenroth die Schule mit ſeinem Beſuch. Die Herren wohnten dem Unterrichte in den einzelnen Klaſſen bei und unterzogen auch die Wohnräumlichkeiten des Gebäudes einer Beſichtigung mit dem Ausdruck ihrer hohen Befriedigung. Am 4. Oktober 1894 vereinigte Herr Geh. Ober⸗ ſchulrat Soldan die Groß. Kreisſchulkommiſſion Dieburg und die Mitglieder des Kuratoriums der höheren Lehranſtalt zu einer Sitzung betreffs Sicherſtellung der Schule und der Lehrer. Es erfolgte dann die Gleichſtellung der Lehrer an der hieſigen Schule in Gehalt und Rang mit denen der Gymnaſien und Realſchulen. Herr Dr. Seidenberger erhielt durch Miniſterialzuſchrift vom 24. Dezember 1894 ſeine Beſtellung als definitiver Lehrer der Schule und am 2. Oktober 1895 die Verleihung der Rechte eines Zivil⸗ ſtaatsdieners, nachdem ihm am 14. Januar 1891 die Rechte eines Volksſchullehrers verliehen worden waren.
Desgleichen wurde Herr Benefiziat Engelhardt am 14. De⸗ zember 1894 mit den Rechten eines Volksſchullehrers, am 2. Ok⸗ tober 1895 mit den Rechten eines Zivilſtaatsdieners ausgeſtattet. Auch übernahm die Großh. Staatskaſſe einen Beitrag zu den Ge⸗ hältern der akademiſch gebildeten Lehrer nach Ordnung des Bürger⸗ ſchulgeſetzes vom 1. April 1895 ab. Am 26. März 1895 erfolgte nach vorausgegangener ſchriftlicher Prüfung die mündliche Prüfung der Schüler der erſten Klaſſe unter dem Vorſitz des Herrn Geh. Oberſchulrats Soldan und in Gegenwart des Vorſitzenden der Kreisſchulkommiſſion, des Herrn Geh. Regierungsrats Heß, und des Lehrerkollegiums. Sämtliche Prüflinge(9) beſtanden mit An⸗ erkennung ſeitens des Vorſitzenden der Prüfungskommiſion(ſ. u.). Im Juni und Juli 1895 fanden dann durch Herrn Geh. Ober⸗ ſchulrat Soldan an verſchiedenen Tagen eingehende Inſpektionen der Schule ſtatt, worauf durch Großh. Heſſ. Staatsregierung die Antragſtellung auf Verleihung der Einjährig⸗Freiwilligenbe⸗ rechtigung beim Reichsamt des Innern erfolgte. Am 9. Dezember 1895 brachte das Zentralblatt für das deutſche Reich die Bekannt⸗ machung, daß die Anerkennung der ſtädtiſchen höheren Bürger⸗ ſchule zu Dieburg(Realſchulabteilung und Progymnaſialabteilung) als höhere Bürgerſchule im Sinne des§ 90, 2% der Wehrordnung mit rückwirkender Kraft bis zum Oſtertermin 1895 erfolgt ſei.


