II. Bilder aus der Dieburger Beſchichte.
1. Dieburg bis zu ſeiner Zugehörigkeit zum Kurfürſtentum Mainz.—
2. Das bürgerliche Gemeinweſen.— 3. Am Vorabend der Reformation: Diether von Iſenburg.— 4. Reformation und 30 jähriger Krieg.— 5. Der Hexenprozeß von 1627.— 6. Das Jus reformandi.— 7. Frei⸗
herr von Albini: Untergang des Mainzer Kurſtaates, Dieburg an Heſſen.
— 8. Das Jahr 1848/49.— 9. Der Krieg von 1866.— 10. Der Krieg
von 1870/71.— 11. Der Bau der Rhein⸗Mainbahn.— 12. Der Bau der Odenwaldbahn.
1. Dieburg bis zu ſeiner Zugehörigkeit zum Kurfürſtentum Mainz.
In Trümmern lag dieſe großartige römiſche Kulturwelt, im Wandergewoge und Kampfgewirre der ringenden Völker verſunken und vergeſſen.
Die Spuren menſchlichen Kulturſchaffens aber laſſen ſich wohl verdecken, nicht verwiſchen. Auch in Schutt und Trümmern be⸗ wahren die alten Kulturſtätten eine geheimnisvolle, faſt natur⸗ geſetzliche Anziehungskraft auf neue Siedler. Das römiſche Staats⸗ eigentum gibt fränkiſches Königsgut, auf den Mauerreſten des niedergebrannten Römerkaſtells erhebt ſich die Burg, wo der römiſche Prätor Gericht hielt und die Truppen muſterte, waltet des gleichen Amtes der fränkiſche Graf, und ſein Heerbann marſchiert die gleiche Straße, auf deren feſter Unterlage einſt der ſchwere Tritt der Legionare erdröhnte, und auch der eilige Händler benutzt ſie gern, die ſich von den andern Wegen ſo vorteilhaft abhob, die ſteinerne oder hohe Straße.
Gemarkungs⸗ und Gaugrenzen folgen den Linien, die einſt, an Waſſerläufe und Höhenzüge ſich anlehnend, der römiſche Geo⸗ meter zog.
Unſer Gebiet gehörte zum Maingau; Unterabteilungen davon waren der Kinziggau, der Rodgau, der Bachgau, der Plumgau. Der Plumgau deckt ſich ziemlich mit der ſpäteren Grafſchaft Erbach, Hauptorte des Bachgaues waren Umſtadt, Mosbach, Babenhauſen, Oſtheim, des Rodgaus Ober⸗ und Niederroden. Durchſtrömt


