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Das heißt: Dem Schutzgotte des Ortes VV haben Lucius Mar⸗ tialinius Meſſor und Titus Eufemius Cupitus den Altar geweiht.
In dem erſten V vermutet Prof. Dr. Zangemeiſter den Gentil⸗ namen des Kaiſers Trajan, Ulpius, wie bei der civitas V(lpia) S(ueborum) NX(icretum)= Ladenburg, und zwar mit der Be⸗ gründung, daß Kaiſer Trajan die Gegend zwiſchen Rhein und Main unterworfen hat; denken wir weiter an die oben erwähnte Stelle im Eutropi, nach der Trajan die vici jenſeits des Rheines wiederhergeſtellt hat, ſo iſt es durchaus nicht unwahrſcheinlich, daß, wie es auch ſonſt geſchah, der Familienname des Kaiſers, Ulpius, dem neugegründeten oder wiederhergeſtellten vicus beigelegt worden iſt. Die Häufigkeit der Ligaturen(Doppelbuchſtaben) und die Schreibweiſe des Namens Eufemius(f ſtatt ph) deuten auf das 3. Jahrhundert n. Chr. Der Name Martialinius iſt noch nicht belegt; er ſtellt eine Weiterbildung aus dem Namen Martialinus dar, der ſeinerſeits wieder auf Martialis und Martius zurückgeht. Das zweite V kann den damaligen Namen der Gerſprenz bezeich⸗ nen. Anthes dagegen lieſt veteris unter der Vorausſetzung, daß nach Gründung des römiſchen Dieburg noch ein anderer vicus den Namen Ullpius erhalten habe und dann zum Unterſchied jener erſte der„alte“ Ulpierort genannt worden wäre(auch Hed⸗ dernheim wahrſcheinlich civitas U(lIpia) Taunensium). Fabricius glaubt, in dem geheimnisvollen Buchſtaben die Vangionen als vicani wiederzufinden,z während Prof. Dr. Schumacher, der Direk⸗ tor des Römiſch⸗Germaniſchen Muſeums zu Mainz, bei einer Be⸗ ſprechung mit mir am 24. Mai 1907 auf eine Vermutung kam, die mindeſtens gerade ſoviel Berechtigung hat. Man fand nämlich in dem Joſtſchen Brunnen noch ein Stück einer ſkulptierten Stein⸗ platte, die zwei menſchliche und zwei tieriſche Beine in Relief zeigt. Nach den umgekrämpelten Schäften der Stiefel an erſteren und der Geſtalt der letzteren iſt die Deutung der Reſte auf Diana mit dem Hirſchen nicht ſchwer.“ Die unter den Reſten des Reliefs angebrachte Inſchrift iſt leider nur fragmentariſch erhalten; im oberen Teile mögen zwei Zeilen fehlen, die wahrſcheinlich mit Deae Dianae oder ähnlich begannen.
Im Folgenden:
IL. VINVS AR... TAR BTVR EV
vermutet Zangemeiſter Silvinus argentarius Biturix ex voto.
Wenn dieſe Deutung richtig iſt, die Bituriges alſo auch hier gewohnt haben, ſo kann nach Schumacher das römiſche Dieburg
Breviarium hist. Rom. VIII, 2. 2 Corp. Inscr. Lat. XIII, S. 425. ² Fabricius a. a. O. S. 71.
4¹ Quartalblätter N. F. I. S. 763.


