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am Main gebaut wurden und unſer Gebiet von den Römern als Grenzland beſetzt war, daß hier eine wichtige Heerſtraße von Mainz nach dem Odenwalde an die innere Limeslinie durch⸗ führte, und daß Trajan die Niederlaſſungen jenſeits des Rheines, die bei dem Aufſtand des Saturninus 89 zerſtört worden waren, wiederhergeſtellt hat.
Bringen wir nun dieſe Reſultate in Verbindung mit den wichtigſten Dieburger Funden!
c) Die wichtigſten römiſchen Funde in Dieburg.
1. Das Hauptfundſtück, das aus dem Hauſe des Maurers Joſt in der Rittergaſſe ſtammt, iſt ein dem Genius des Ortes geweihter Altar.“ Auf der Mitte der Kopffläche erhebt ſich ein zylindriſches Stück von geringer Höhe, deſſen Oberfläche ſich vom Rande her nach innen etwas ſenkt, um ſich in der Mitte wieder zu einem kreisförmigen Dollen zu erheben. Dieſe Fläche dürfte die Baſis einer den Genius darſtellenden Statuette geweſen ſein.⸗ Vielleicht gehörten die Arme und Beine, die Joſt in den Kranz ſeines von der Kellerſohle aus 2,50 m tiefen römiſchen Brunnens vermauerte, zu dieſer kleinen Statue. Sehr zu beklagen iſt der Ver⸗ luſt eines Inſchriftſteines, der in demſelben Hauſe gefunden wurde. Es ſoll u. a. das Wort„leg“ und eine Jahreszahl daraufge⸗ ſtanden haben, natürlich die Zahlbezeichnung einer Legion. Ohne auch nur die Inſchrift abzuſchreiben, verwandelte man den Stein in einen Ferkeltrog, indem man auf die Schriftſeite die Mulde einhieb. Übrigens waren alle Kaſtelle der Ebene(Frankfurt, Groß⸗Gerau, Gernsheim uſw.) mit Auriliarcohorten beſetzt, wie der Limes ſelbſt. Außer in Kriegszeiten ſtanden öſtlich des Rheines überhaupt keine Legionen. Legionsſtempel beweiſen nie⸗ mals die Anweſenheit der betreffenden Legion, da das Bau⸗ material weithin verſandt wurde. Um wieder zu unſerem Altar zurückzukehren, von der Inſchrift der Kopfleiſte iſt der zweite Buchſtabe beſchädigt; auch nach rechts hin iſt ein Ausbruch vor⸗ handen; hier ſtand zweifellos ein II, wodurch ſich dieſe Aufſchrift zu der auf Votivſteinen ſeit der Zeit der Antonine ungemein häufigen Formel: In honorem domus divinae, zu Ehren des erlauchten Hauſes(des Kaiſerhauſes) ergänzt. Die ſiebenzeilige Inſchrift der Hauptfläche des Steines iſt ſehr gut erhalten. Nur die beiden Buchſtaben V V, die zweifellos den Namen des römiſchen Dieburg enthalten, machen Schwierigkeiten. Die Inſchrift heißt:
Genio vici VV Lucius Martialinius Messor et
Titus Eufemius Cupitus dederunt dedicaverunt.
1 Jetzt im Darmſtädter Muſeum; gefunden 1894. 2² Quartalblätter N. F. I. S. 761 ff.


