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einmal einen Vorſtoß gegen ſie und drängt ſie vorübergehend über den Neckar zurück, Julian kämpft mit ihnen unter ihren Häuptlingen Suomar und Hortax 357, und Valentinian ſchlägt ſie 368 in dem blutigen Treffen bei Solicinium, deſſen Lage wir noch nicht kennen, aber damit hatte der römiſche Einfluß im ehemaligen Zehntland auf dem rechten Rheinufer ſein Ende erreicht. Da beim Verluſte des Limes die bisherigen Kaſtellbeſatzungen ſich, wenn auch nur in Reſten, über den Rhein zurückzogen, dürfte auch der Kern der römiſchen Zivilbevölkerung, nämlich die wohlhabenderen und be⸗ weglicheren Elemente, ſpäteſtens mit ihnen das Grenzland ver⸗ laſſen haben. Dagegen iſt die ärmere Bevölkerung galliſch⸗römiſch⸗ germaniſcher Abkunft augenſcheinlich ruhig auf ihrer Scholle ſitzen geblieben.! Am Ende des 4. Jahrhunderts werden die Ala⸗ mannen in unſerer Gegend zum Teil von den Burgundern ver⸗ drängt, deren Herrſchaft aber ſchon 437 den Scharen der Hunnen erlag. Die Burgunder ſiedelten ſich dann im ſüdöſtlichen Gallien an, das nach ihnen den Namen bekam. Wie Arnold' annimmt, haben die Alamannen nach dem Abzug der Burgunder die alten liebgewonnenen Sitze wieder aufgeſucht und ungeſtört bewohnt bis zu dem entſcheidenden Siege des Frankenkönigs Chlodwig 496. Nach dieſem beſetzten zuerſt chattiſche Franken, d. h. Heſſen, das von jenen bisher eingenommene Gebiet zwiſchen Rhein, Main, Neckar und Murg. Während die fruchtbareren Teile des Oden⸗ waldes von den Franken vollſtändig in Anſpruch genommen wurden, wie das plötzliche Aufhören der alamanniſchen Friedhöfe um 500 beweiſt, treten uns ſchon im Bauland, der öſtlichen Fortſetzung des Odenwaldes, zahlreichere Ortsnamen auf— ingen entgegen, die, wie viele Sprachforſcher lehren, den Alamannen angehören, während die Ortsnamen auf— heim fränkiſchen Urſprungs ſind.“ Die chattiſchen Franken wurden bald darauf zu⸗ gleich mit den Ripuariern dem großen Frankenreiche Chlodwigs ein⸗ verleibt, und in der Gegend des Neckars, Rheins und Mains bildete ſich, als ein Teil der fränkiſchen Monarchie, eine unmittelbare Provinz fränkiſcher Könige, die Francia Rhenensis.
Welches Reſultat ergibt dieſer geſchichtliche ÜUberblick von X bis 500 für Dieburg? Wir haben gehört, daß die Bituriges in der Nähe wohnten, daß um die Wende des 2. und 1. Jahr⸗ hunderts v. Chr. die Sueben und Vangionen die Kelten verdrängten, daß ſeit Domitian, Trajan und Hadrian Kaſtelle
Schumacher, Aufg. der Forſchung u. Grabung in Südweſtdeutſch⸗ land S. 14.
*Anſiedlungen und Wanderungen deutſcher Stämme, Marburg 1875.
²¹ Schumacher, Aufg. d. Forſchung u. Grabung in Südveſtdeutſch⸗ land S. 11 ff., und Henkelmann, Das Odenwälder Bauernhaus, Beilage
dum Jahresbericht des Großh. Gymnaſiums zu Bensheim, Oſtern 1906, S. 7—9.


