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Dort liegen ſtarke Mauerzüge in der Erde; alle römiſchen Gebäudereſte ſind weſtlich von den Blutäckern, alſo an der aus der porta decumana, dem dem Feinde abgekehrten Tore, heraus⸗ führenden Straße, aufgelegt worden; einige der von Weſten nach Oſten verlaufenden Äcker zeigen ſtarke Erhebungen gegen die be⸗ nachbarten und die nordſüdlich gerichteten;“ eine Menge gut aus⸗ gemauerter Brunnen ſind dort gefunden worden, wie auf der Saalburg, ebenſo Münzen(von Domitian 81—96 bis Sep⸗ timius Severus 193— 211), Gefäßſcherben und Steinſkulpturen. An der Oſtſeite der Frankfurterſtraße fand man einen alten Keller, der im Innern zwei nach oben ſpitzwinklig abſchließende Mauerniſchen aufwies, wie man ſie in der bürgerlichen Niederlaſſung auf der Saal⸗ burg bei faſt allen römiſchen Kellern antrifft. Zur Fundamentierung des Neubaues hatte man nur eine Klafter neuer Steine nötig, die übrigen lieferte der Abbruch der alten Kelleranlage. Dabei wurden in der Erde eine Steinſkulptur und einige römiſche Münzen (Kupfer und Silber) gefunden.“ Die ſüdlich an den Garten des Herrn Völker angrenzenden Acker ſollen nach Ausſage von Arbeitern ebenfalls vielfach Mauerreſte enthalten. Auch Reſte von Bei⸗ ſetzungen fand man dort und bei Kiesgrabungen auf dem neuen Friedhof,z ebenſo wurden in der Nähe des Bahnhofs Gefäße auf⸗ gefunden, wie ſie das Inventar römiſcher Brandgräber auszu⸗ machen pflegen. In einem der Gräber befand ſich auch ein Ton⸗ lämpchen. Außer dieſen loſe im Boden erfolgten Urnenbeiſetzungen wurde dort eine Steinkiſte aufgefunden, die als Behälter der Über⸗ reſte einer durch Verbrennung beſtatteten Leiche diente. Der mit einem flachen Deckel verſchloſſene Hohlraum barg die loſe eingelegte Aſche des Beſtatteten, einen Tränenkrug und ein Lämpchen von gebranntem Tone, einfacher Form und ohne Stempel.Ä Nörd⸗ lich und ſüdlich des Kaſtells(am Bahnhof neben dem„Juden⸗ begräbnis“ und am neuen Friedhof) waren alſo römiſche Gräber angelegt. Und nun noch einen Beweis für das Kaſtell aus den Beſitzverhältniſſen!' Die„Blutäcker“, ein beinahe 17 heſſiſche Morgen umfaſſendes Gebiet, gehören ſeit dem Jahre 1864 der Stadt Dieburg, nachdem ſie zuvor, und zwar aktenmäßig nach⸗ weisbar, ſeit dem Beginn des 19. Jahrhunderts im Beſitze der Familie von Gemmingen geweſen waren. Dieſe Tatſache läßt ver⸗ muten, daß jene Ländereien wohl von altersher Adelsbeſitz waren, der ſich in letzter Linie vielleicht auf eine Belehnung mit einer königlichen Domäne gründet. Die fränkiſchen Könige ſollen be⸗
1 Quartalblätter N. F. I1 S. 758. ² Ebenda S. 441 u. 442. 8 Ebenda S. 636 u. 680. 4 Ebenda S. 763. s Ebenda S. 758 u. 759.
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