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auch gegen die nördlich am Maine wohnenden Chatten aus⸗ dehnten, die ſich das Gebiet der Sugambrer(zwiſchen Ruhr und Sieg) zurückzogen, ließ man die Germanen am ſüdlichen Main⸗ ufer in Ruhe und bediente ſich ihrer nur als Hülfsvölker gegen die unbezwungenen germaniſchen Stämme. Übrigens werden ſchon in der Schlacht bei Pharſalus(48 v. Chr.) Vangionen im Dienſte Cäſars erwähnt.
Außer den Vangionen blieben von den germaniſchen Völkern, die Cäſar im 51. Kapitel des erſten Buches erwähnt, noch zwei auf dem linken Rheinufer zurück, die ſich ebenfalls die römiſche Kultur auffallend raſch aneigneten, die Triboker und Nemeter. Die Triboker bildeten eine von den Römern organiſierte civitas, eine Gaugemeinde um Brocomagus(Brumath) in Niederelſaß als Mittelpunkt. In der Gegend von Weißenburg und in der Pfalz reihte ſich an ſie die civitas der Nemeter mit dem Vororte Noviomagus(Speyer).“ Die Haruden und Seduſier verſchwinden dagegen vollſtändig, während die Markomannen, die ſich nach Böhmen zogen, bekanntlich noch eine große Rolle in der Geſchichte ſpielten.. Die erſten Vorboten des drohenden germaniſchen Völker⸗ ſturmes, der germaniſche Stamm der Cimbern, der, wie Arioviſt, wahrſcheinlich das Maintal herabkam, verſtärkt durch die keltiſchen Teutonen, einen Stamm der Helvetier, waren durch Marius 102 und 101 abgewehrt worden, Cäſar eroberte im Jahre 58 das linke Rheinufer und hielt das Drängen der Germanen nach Süden und Weſten auf. Unter Auguſtus wurden die Länder am rechten Donauufer(das ſüdliche Bayern, Tirol, Oſterreich uſw.) durch des Kaiſers Stiefſöhne Druſus und Tiberius zu römiſchen Provinzen gemacht. So waren der Rhein im Oſten und die obere Donau im Norden die Grenzen des römiſchen Reiches gegen Germanien.“ Darauf ſuchten die Römer, tatkräftig und voll Be⸗ gierde nach Eroberungen, in das Innere Deutſchlands vorzudringen. Doch die Eroberungen des Druſus, der am Rheine etwa 50 Kaſtelle, darunter Mainz, anlegte und bis an die Elbe gelangte, und die des Tiberius, der die Volksſtämme zwiſchen Rhein und Elbe unterwarf, gingen verloren durch den glorreichen Sieg des jungen Cheruskerfürſten Arminius im Teutoburger Walde 9 n. Chr., an den uns das herrliche Denkmal bei Detmold erinnert mit der mahnenden Inſchrift des Schwertes:„Deutſche Einheit meine Stärke.“
Während das nördliche Germanien frei blieb, überſchritt im Südweſten die Herrſchaft der Römer den Rhein und die Donau durch die Gründung des Zehntlandes(der agri decumates)
1 Fabricius, Neujahrsblätter der Badiſchen Hiſt. Kommiſſion S. 23.
*Andrä, Grundriß der Geſchichte für höhere Schulen l. S. 16—18.


