116
findet ſich nicht vor. Keine von dieſen Stiftungen iſt jetzt noch ergiebig. Vermuthlich ſind ſie mit andern Unterrichts⸗Fonds vereinigt worden.
Zur Verwendung kommen gegenwärtig noch die Erträgniſſe folgender Stiftungskapitalien:
1) Das Jubiläums⸗Stipendium wurde aus Anlaß des 200jährigen Jubiläums des Gym⸗ naſiums durch Beiträge von Lehrern und ehemaligen Schülern geſtiftet und hat durch Capitalanſammlung den Betrag von ungefähr 1000 fl. erreicht. Die Zinſen werden als Stipendium einem bedürftigen und würdigen Schüler des Gymnaſiums für die Zwecke des Univerſitätsſtudiums durch die Lehrerconferenz zuerkannt.
2) Die Fuhr'ſche Stiftung verfügt über 50 fl. jährliche Zinſen eines von dem Kaufmann Fuhr zu Frankfurt a. M. teſtamentariſch vermachten Capitals, und wird in der Weiſe für Zwecke des Unterrichts nutzbar gemacht, daß alljährlich von den ordentlichen Lehrern und dem Zeichenlehrer Preisaufgaben für die Schüler der Ober⸗Prima geſtellt werden und die erwähnten Zinſen unter die Preisträger zu gleichen Theilen vertheilt werden.
3) Das Dilthey⸗Stipendium, durch Sammluungen der Schüler Dilthey's und durch ſpätere Beiträge von Abiturienten gebildet, hat ein Kapital von 1000 fl. und es werden deſſen Zinſen alljährlich an einen Abiturienten des Gymnaſiums zu Darmſtadt, welcher ſich einem akademiſchen Studium widmet, durch Beſchluß der Lehrerconferenz gegeben.
4) Das Zimmermann /ſche Prämium, durch Beiträge früherer Schüler Zimmermann's begründet; die etwa 25 fl. betragenden Zinſen eines Kapitals von 500 fl. werden zur Anſchaffung von Büchern für ausgezeichnete Ober⸗Primaner verwendet. Zeitweiſe wurde als Prämiand ein Schüler von ſeinen Commi⸗ litonen gewählt.
5) Die Zinſen eines von dem verſtorbenen Stadtpfarrer und Paedagoglehrer Kyritz vermachten Kapitals von 215 fl. werden als Zuſchuß zum Prämienfond verwendet.
XIV. Lehrmittel. Sammlungen.
Die Bibliothek des Gymnaſiums war anfänglich nur gering dotirt und iſt erſt durch den jüngeren Wenck dem Bedürfniß entſprechend vermehrt und erweitert worden. Durch ſeine Stellung als Hofbibliothekar war er in den Stand geſetzt, dem Gymnaſium Doubletten zuzuweiſen, und durch antiquariſche Ankäufe, die er oft durch Vorlage aus eignen Mitteln bewerkſtelligte, derſelben bedeutenden und werthvollen Zuwachs zu verſchaffen. Sie beſitzt gegenwärtig ungefähr 9— 10,000 Bände. Handſchriften und Incunabeln ſind nicht vorhanden; für Neu⸗Anſchaffungen werden jährlich 600 M. verwendet.
Der Rector Wenck jun. machte nach ſeiner eignen Aufzeichnung„den Anfang vor Mathematiſche Inſtrumente vor das Gymnaſium beſorgt zu ſein und erhielt 1769 auf Befehl des Fürſtl. Conſiſtorii aus den Paedagogial Geldern 35 fl. zur Anſchaffung eines Astrolabii, das eben wohlfeil zu haben war; wider Vermuthen erhandelte er es vor 30 fl., und ließ von dem Ueberſchuß, zu dem noch 1 fl. 30 kr. aus der Collectorei verſchrieben worden, ein Diopter⸗Lineal anfertigen. Er ſelbſt hat noch 10 mit Eiſen beſchlagne Meß⸗Stangen und 2 Meß⸗Ruthen um 4 fl. verfertigen laſſen und nebſt einer Mensula Praetoriana hin⸗ zugethan. Auf dieſe Art ſind alſo die nöthigſten Geometriſchen Inſtrumente zuſammen“. 1774 erhielt Wenck ein Engliſches Telescop von ungefähr 1 ½ Schuh aus der Verlaſſenſchaft des Landgrafen. 1776 wurden wieder 50 Rthlr. bewilligt und dafür u. A. ein meſſingenes Microscopium Anglicum compositum, ein Farben⸗Glas, ein kleiner Quadrant zum Globus, ein dreifacher Magnet Stahl, eine kleinere und eine größere Electriſirmaſchine, ein Barometer nach de Lue Manier erworben, 1790 ein Fürſtl. Geſchenk von 12 Carolin zur Anſchaffung einer Luftpumpe gegeben.
Die Lehrmittel für den phyſikaliſchen Unterricht ſind fortwährend ergänzt und vermehrt worden und umfaſſen gegenwärtig ſämmtliche Apparate, die für einen ausgiebigen Schulunterricht in der Phyſik erforderlich ſind. Mit dem Cabinet iſt ein amphitheatraliſch eingerichteter Hörſaal verbunden.


