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1761. Georg Chriſtoph Lichtenberg ſtellt eine Vergleichung der Römer und Griechen an (teutſch)h. F. C. C. Hofmann und J. E. Kuhn unterreden ſich teutſch über die Frage: Ob man von einem Soldaten mehr Dummheit oder Wiſſenſchaft fordern ſolle? F. C. W. Reuſch rühmet die trium⸗ phirende Sanftmuth bey dem Anfall der Thorheit(franz.)
1761 Herbſt heißt es in dem Programm: Postremum dicentis locum occupat, qui per aliquot annos alacris ingenii industria ornavit primum, Georgius Christoph. Lichtenberg, qui cum aliis VI bonae notae commilitionibus discessurus e Paedagogei disciplina, de vero litteris et poesi constituendo pretio agere decrevit carmine teutonico.
Noch im gegenwärtigen Jahrhundert wurden halbjährlich Redeacte gehalten, ſpäter und bis auf unſere Zeit nur zu Herbſt.
Die Einladung war meiſt von einem Programm viſſeenſchaftlichen oder paedagogiſchen Inhalts be⸗ gleitet. Von 1833— 1848, ſowie von 1850— 1854 ſind keine Programme erſchienen. Ueber die bis 1829 erſchienenen Schulſchriften hat Dilthey ausführlich berichtet; was die ſpäteren betrifft, ſo liegt es nicht im Plan dieſer Darſtellung, über die wiſſenſchaftlichen Leiſtungen der Lehrer im Einzelnen zu referiren; es mag daher genügen, auf die betreffenden Arbeiten ſelbſt zu verweiſen.
XIII. Stiftungen.
Die Stiftungen für das Paedagogium ſind nicht bedentend. Nur in der erſten Zeit war ein löblicher Eifer vorhanden, und ſo finden ſich Legate von 500 fl. für die Unterhaltung eines armen Knaben, 5mal 100 fl., 30 fl., 950 fl., darunter 100 fl. von dem Rector Klinckerfus, in den Acten verzeichnet. Auch waren bei der Stiftung der Anſtalt jährlich 10 fl. zu den praemiolis geordnet worden; nach der Landesfürſtlichen Declaration von 1658 ſollen alle halb Jahr etwann zwey Reichsthaler, bis ſich andre Mittell erzeigen, aus dem Hofklingelſäcklein genommen, dafür verwendet werden. 1668 hat Ihre Fürſtl. Durchlaucht praemia unter die fleiſigen oder armen Knaben auszutheilen Sechs Guldenleinliefern laßen; davon wurden angeſchafft und vertheilt die im Lehrplan bereits erwähnten Bücher, ferner wurde Gut Papier 4 alb. das Buch unter etliche tertianos und quartanos vertheilt. Später wurde bei den geſtiegenen Bücherpreiſen von der Anſchaffung von Büchern Abſtand genommen und aus dem Prämienfond Geld ausgetheilt, wobei es freilich einem Primaner oft nur 30 Kr. ertrug,„wodurch es endlich geſchehen, daß ſich die groſen Schüler, zumahl wenn es angeſehener Leute Söhne geweſen, derſelben beinahe geſchämt und ſie als eine Art von Allmoſen angeſehen“. Darauf hin wurde ein Zuſchuß von 2 fl. bewilligt, um wenigſtens 2 Primanern ein brauchbares Buch geben zu können, in welches dann ein beſonderer gedruckter Titel, der das Buch als Belohnung des Fleißes bezeichnete, vorgeheftet wurde. 1679 ſtiftet Doctor Balthasar Menzer, geweſener Superintendens, Oberhofprediger und Scholarcha 20 fl. um von dem Ertrage einem„armen und frommen Paedagogico“ ein Buch zu geben und übergibt ſolches Capital dem Collector Müller.„Davon hat nun jährlich auff Oſtermeß ein Rector Paedogogii Einen Gulden pension zu fordern und das Buch nach ſeiner Erkäntniß auszutheilen“. 1686„hat Herr Schleyermacher, fürnehmer Medicus und ietziger Zeit Ar- chiater am Fürſtl. Hoff allhie, auff vorige intention, nemlich jährlich einem fleiſigen armen Paedagogico ein Buch(oder andre Nothwendigkeit) dafür zu erkauffen, im Herbſt Examine, zwantzig thaler oder dreißig gulden legirt, womit der Collector gar nichts zu thun haben ſoll.“ Dieſe Stiftung beſtand noch 1802; was daraus ſpäter geworden iſt, konnte nicht ermittelt werden.„Als 1719 Ihr. Hochfürſtl. Durchl. unſerm gnädigſten Erbprinzen der erſte Prinz gebohren wurde, und darauf vor die ſehr ſchwache Durchl. Frau Mutter, wie in allen Schulen, alſo auch im Paedagogio publice gebeten worden, haben Ihro Durchlaucht dreiſſig Gulden dem Paedagogio verehrt, wovon die Pension auf den Geburtstag des beſagten Prinzen den armen Paedagogicis zu Büchern ſollen gegeben werden.“ Die Hälfte dieſes Capitals ging bei einem Concurs verloren, von der andern Hälfte ſind die Zinſen bis 1758 gezahlt worden. Eine weitere Angabe


