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Nahmen der Uebungs⸗begierigen Gymnaſiaſten ſind folgende: Scriba, welcher ſich mit dem vierten von der Beſchaffenheit der Sing⸗ und Kling Kunſt beſprechen wird; Kekule handelt ihre Vortheile teutſch ab; Zimmermann unterredet ſich mit dem ſiebenden von ihrem ferneren Wachsthume und kräftiger Wirkung; Menzer, Lattermann, Stürtz, Wilkens, Henckel, Eulner, welcher uns von den Buchläden und Buchführern der alten Römer Nachricht ertheilet(Lat.). Rays, Preuſchen beſinget das Lob der Tonkunſt in einem lateiniſchen Gedicht. Lichtenberg, Walther, Wagner, Rube. Die Sätze des Rechts der Natur nach dem baumeiſteriſchen Lehrbegrif, von der Herrſchaft und dem Eigenthum, wie auch von der Eintheilung desſelben und den Arten, es zu begründen, können denen, die ſich und andre in Unterſuchung der Warheit durch Einwürffe üben wollen, ſtatt eines Leitfadens dienen. Eben dieſe Wiſſenſchaft des Natur Rechts kann g. G. auch fernerhin der Inhalt unſerer öffent⸗ lichen Schul Unterredungen werden. Ihre Erkäntnis iſt gründlich, nüzlich und nicht weniger anmuthig, als jedermann verſtändlich, weil ſie mit uns gebohren wird, und eine Führerin unſers Lebens abgibt. Nach ihren Vorſchriften verfahren wir mit andern, nach denſelben wollen wir auch uns begegnet wiſſen.
Aus der Gottesgelahrtheit wollen wir, wegen der Aehnlichkeit, die Frage aufwerffen: Ob in der Kirche auch eine Herrſchaft Platz habe? was ihre Geſellſchaftlichen Rechte ſeyen, und wie ſie verwaltet werden? Wie auch, welche Kennzeichen die wahre Kirche von einer falſchen unterſcheiden? Die Beſchaffenheit unſerer Bemühungen an ſich betrachtet, das Maas, womit ſich eine Schule miſſet, die Abſicht und der Endzweck einiger Vorbereitung auf das Höhere werden der Unvollkommenheit bei den voll⸗ kommenen und der Sache Verſtändigen das Wort reden. Der Verſuch überzeugt wenigſtens die ſich übende von der Stärke oder Schwäche ihres Geiſtes, von dem gefaßten oder nicht begriffenen Vortrag, von der Geſchicklichkeit mit reinen und zierlichen Worten das gehörte an andre mitzutheilen, oder von dem Abgang ſolcher Fertigkeit.
Die frölichmachende Tonkunſt wird bey dieſer ernſthaften Handlung eine vergnügte Ab⸗ wechslung geben: um ſo mehr, da ſich unſer Reden, Singen und Spielen mit der allgemeinen Freude des getreuen Landes billig vereinigt.
1756. Johann Heinrich Merck unterſucht in teutſcher Sprache, ob die Philoſophen, nach Tertullians Ausſpruch, Kätzerpatriarchen ſeyen? Die übrigen Redner ſind Scriba, Wenck, Gräf, Berres, Welcker, Lind, Grimm, Joſt, Zickwolf. Die zahlreiche Gegenwart vornehmer und geneigter Gönner wird, bey dem neuen Anſtrich und Aufputz unſrer Hörſtube, dieſer Handlung den ſchönſten Glanz und das rechte Leben geben.
Im nämlichen Jahre werden folgende Sätze zur Erörterung aufgeſtellt:
1) Das Recht der Natur entfernet von allen Verträgen, mithin auch von Kauff und Verkauff (Contractus Emtionis Venditionis) allen Betrug und zurückhaltende arge Liſt: entgegen dem Diogenes von Babylon bey Cicero im 3. B. von den Pflichten.
2) Der Satz, was nach geſchloſſenem Kauff und Verkauff zu Grund geht, kommt ſeinem Herrn zu Schaden, iſt mit gewiſſer Einſchränkung zu verſtehen.
1756(Herbſt). Joh. Heinr. Merck redet von dem Lernen in der Natur⸗ und Sittenlehre (lat.) F. C. Chr. Welcker von Pfungſtadt wird, bey einem wohlgemachten Schluß des Schullebens, eine Dankrede in teutſcher Sprache ablegen, und dabey die Vortheile, ſo mit der Naturlehre ver⸗ bunden, uns anpreiſen.
1759. Georg Chriſtoph Lichtenberg und Carl Breider beſprechen ſich teutfch über die Frage: Kan auch ein junger Redner bewegen?
1760. Georg Chriſtoph Lichtenberg fortia facta Hannibalis cum gestis a Julio Caesare componet(Germ.).
1760. Georg Chriſtoph Lichtenberg, quantum verae sublimitatis cognitioni humanae per studia potissimum mathematica accedat.(Germ.)


