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5. Maturitäts-Prüfung.
Die mündliche wurde am 1., 2., 3. August 1859 unter dem Vorsitze des Gymnasial-Inspectors und k. k. Schul- rathes Herrn Johann Kurz und im Beisein des bischöflichen Commissärs Herrn Canonicus Dr. Reitshammer abgehalten; auch die hiesige Stadtgemeinde war, wie immer bei diesem Anlasse, durch einen Gemeinderath vertreten.
Von den 22 Examinenden— der Gesammtzahl der VIII. Classe— haben alle den vorschriftsmässigen An- forderungen entsprochen, 2 mit Auszeichnung.
Bezüglich der Standeswahl wurde unmittelbar vor der Vertheilung der Zeugnisse angegeben, dass sich 7 zur Theologie, 13 zum Jus, 2 zur Medicin widmen.
Se. bischöfliche Gnaden der hochwürdigste Herr Franz Joseph Rudigier, sowie der Herr Studien-Referent und k. k. Statthaltereirath Friedrich v. Strohbach beehrten die Prüfungs-Commission mit ihrer Gegenvwart.
In diesem Schuljahre meldete sich die Gesammtzahl der VIII. Klasse: 21;— überdiess erhielten durch hohen Statthalterei-Erlass noch zwei Unterärzte die Bewilligung zur Prüfung.
Die schriftliche wurde vom 25. bis 30. Juni abgehalten.
6. Deutsche Aufgaben.
V. Classe.
1. Gedankengang in Schiller's Gedichte:„Die Macht des Gesanges.“— 2. Herder's Legende:„Der Tapfere“ in
Prosa zu geben.— 53. Hercules und Cacus, nach Livius und Ovid.— 4. Charakteristik des wahren Dichters, nach Goethe's Ballade:„Der Sänger.“— 5. Uebersetzung aus Xen. Anab. III, 2, 10— 23.— 6. Nachbildung der Lessing'schen Fabel: „Die Eiche und das Schwein.“— 7. Spaziergang in den Ostertagen.— 8. Kann eine gute Uebersetzung das Original ersetzen?— 9. Non scholae sed vitae discendum est, mit Zugrundelegung der betreffenden Herder'schen Schulrede.— 10. Hannibals Zug über den Apennin nach Faesulae, nach Livius.— 11. Der hohe Wert des Studiums der Geschichte, mit Berücksichtigung der Praefatio des Livius.— 12.„Wer mit dem Leben spielt,
Kommt nie zurecht;
Wer sich nicht selbst befiehlt, Bleibt immer ein Knecht.“(Goethe. Zahme Nenien, IV.)
VI. Classe.
1. Charakter der Iphigenie auf Aulis nach Schiller's gleichnamigem Stücke.— 2. Gute Bücher— treue Freunde.— 3. Schilderung der im k. k. Gymnasium zu Linz am 10. November 1859 begangenen Schillerfeier.— 4. Freie Ueber- tragung der Rede Cäsars nach Sallustius: Jugurtha.— 5. Gedankengang von Klopstock's Hermann und Thusnelda.— 6. Analyse des dritten kritischen Briefes von Joh. Jak. Bodmer.— 7. Vergleichung der drei südlichen Halbinseln Europa's.— 8. Charakteristik Sulla's.— 9. Entwicklung der Grundidee in Klopstocks:„Die beiden Musen.“— 10. Vergleichung des Rheins mit der Donau.— 11. Mensch und Thier. Nach dem Lesestücke:„ldeen zu einer Geschichte der Menschheit“ von Herder.— 12. Erklärung und ästhetische Würdigung des Gedichtes:„Erlkönig.“— 15. Uebertragung des ersten Monologs aus Goethe's Iphigenie auf Tauris in die ungebundene Rede.— 14. Ueber das Sprichwort: Ende gut, Alles gut.
VII. Classe.
1. Höflichkeit. Eine Worterklärung.— 2. Erläuterung über Schiller’'s Spruch des Confucius über die weise Benützung der Zeit.— 3. Ursachen von Mangel an Bildung.— 4. Folgen der Vergnügungssucht.— 5. Disposition zu einem Aufsatze über den Begriff: Pflanzen.— 6. Was sind Culturvölker?— 7. Wie soll man bei der Uebersetzung eines latein. oder griech. Prosaikers zu Werke gehen?— 8. Ueber den Zweck und das richtige Mass der Interpunktion.— 9. Vergleichung des ersten punischen und des peloponnesischen Krieges.— 10. Erörterung von Rückerts Spruche:„Zwo


