Aufsatz 
Die Vaterlandsidee in der Erziehung. Rede, gehalten bei der Schlußfeier des Schuljahres 1874/75, am Sedanstage / Aloys Denk
Entstehung
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4. Chronik der Anſtalt.

Amtliche Mittheilungen.

Durch hohe Verfügung Gr. Miniſteriums vom 24. September 1875 iſt dem bisherigen Volks⸗ ſchullehrer Friedrich Keilmann die Verwaltung einer Lehrſtelle an der Realſchule übertragen worden. Derſelbe iſt geboren am 28. Juli 1845 zu Hechtsheim, beſuchte die Realſchule zu Mainz, ſowie das Lehrerſeminar in Bensheim und erledigte die Definitorial⸗Prüfung für das Lehr⸗ fach i. J. 1866; ferner beſtand er das Examen für Geometer II. Kl., ſowie das für Lehrer an Mittelſchulen und höheren Töchterſchulen zu Coblenz. Er bekleidete verſchiedene Lehrſtellen zu Sel⸗ zen, Bingen und Gießen, an welch letzterem Orte ihm Gelegenheit geboten war zum Beſuch akademiſcher Vorleſungen.

Durch hohe Verfügung Gr. Miniſteriums vom 25. September 1875 wurde dem Gymnaſial⸗ lehramts⸗Acceſſiſten Dr. Jakob Keller die Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Realſchule zu Mainz proviſoriſch übertragen, die ihm durch Allerhöchſtes Dekret vom 8. April 1876 definitiv überwieſen wurde. Derſelbe iſt geboren zu Groß⸗Gerau am 16. Juli 1852, beſuchte das Gr. Gym⸗ naſium zu Darmſtadt, ſowie die Landes⸗Univerſität Gießen und promovirte daſelbſt nach Erledigung der Fachprüfung für das Gymnaſial⸗ und Realſchul⸗Lehramt vom Standpunkt der klaſſiſchen Sprachen am 2. Juli 1875.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 8. Oktober 1875 iſt der bisherige Turnlehrer Chriſtian Vey ſeiner Thätigkeit an der Realſchule enthoben worden. Derſelbe hat ſeit dem Jahre 1849 den Unter⸗ richt an der Realſchule mit raſtloſem Eifer und vorzüglichem Erfolg ertheilt und in den beſten kolle⸗ gialiſchen Beziehungen zum Lehrperſonal derſelben geſtanden, das ſeiner ſtets in Achtung und Freund⸗ ſchaft gedenken wird. Indem er zugleich am Gr. Gymnaſium verwendet war, ſtellte ſich bei der ſtets wachſenden Schülerzahl beider Anſtalten die Nothwendigkeit heraus, für die Realſchule einen beſonderen Turnlehrer zu berufen und Hrn. Vey genannter Anſtalt ausſchließlich zu überweiſen.

Durch hohe Verfügung Gr. Miniſteriums vom 1. Oktober 1875 wurde dem bisherigen ſtädti⸗ ſchen Turnlehrer Friedrich Gehry die proviſoriſche Verwaltung der Stelle des Turnlehrers an der Realſchule übertragen.

Derſelbe iſt geboren zu Mainz am 9. November 1830, bildete ſich für das Zeichnen⸗ und litho⸗ graphiſche Fach aus, wirkte als Zeichenlehrer an verſchiedenen Anſtalten. Zugleich hatte derſelbe die turneriſchen Uebungen unter Anleitung des früheren Turnlehrers Müller dahier mit ſolchem Eifer betrieben, daß er nach weiterer Unterweiſung hierin durch den Lehrer der Central⸗Turnanſtalt Marx in Darmſtadt dieſes Fach als Beruf wählte und ſeit 1867 die Stelle eines ſtädtiſchen Turnlehrers bekleidete.

Durch hohe Verfügung Gr. Miniſteriums vom 8. November 1875 wird eintretenden Falles Realſchülern die Theilnahme an dem altkatholiſchen Religionsunterricht geſtattet, der im Gymnaſium durch den Reallehrer Dr. Denk ertheilt wird.

Gemäß der im Regierungsblatt Nr. 17 vom 3. April 1867 erlaſſenen Allerhöchſten Verord⸗ nung, die Prüfung der Aſpiranten des Gymnaſial⸗ und Realſchul⸗Lehramtes betreffend, iſt das Gr. Miniſterium ermächtigt, das Maturitätszeugniß einer Realſchule I. O. für Diejenigen als ausreichend zu erklären, welche ſich eins der vier folgenden Fächer: 1. Mathematik; 2. Phy⸗ ſik; 3. Chemie; 4. Beſchreibende Naturwiſſenſchaften als Hauptfach der Prüfung erwählt haben.