Schulnachrichten.
Im Lehrercollegium sind einerseits durch Ab- und Zugang von Lehrern einige Personal- veränderungen, anderseits durch Erkrankungen vielfache Störungen eingetreten. Um Ostern 1878 musste Herr Professor Dr. Oppel wegen eines schweren Augenleidens um seinen Abschied an- halten und der Mathematik- und Physikunterricht in den Oberklassen für das Sommersemester unter mehrere hiesige Lehrer vertheilt werden. In dieser Beziehung ist unsre Anstalt den Herren Dr. Weber(Wöhlerschule), Dr. Kinkelin(Elisabethenschule), Dr. Rausen berger(Klinger- schule), und Dr. Parow(Musterschule) für die bereitwillig gewährte Aushilfe zu bestem Danke verpflichtet. Michaelis 1878 trat Herr Dr. Schütz an Herrn Prof. Dr. Oppel's Stelle. Gleich- zeitig wurde die Creizenach’'sche Stelle, für welche bisher das Lehrercollegium vicarirt hatte, durch die Ernennung des Herrn Dr. Fischer wiederbesetzt. Um dieselbe Zeit wurde Herr Prof. Dr. Rumpf, welcher sein Pensionirungsgesuch eingereicht hatte, von seinem Unterricht in Unterprima entbunden; ebenderselbe hochgeschätzte College scheidet mit dem Ende dieses Schuljahres gäpzlich aus dem Collegium aus, ingleichen der Lehrer des Hebräischen, Herr Dr. Auerbach. Beiden, wie auch dem Herrn Professor Dr. Oppel, welche bei uns wegen ihrer Gelehrsamkeit, ihrer musterhaften Pflichttreue, ihrer echten Humanität und Verträglichkeit stets in gutem Andenken bleiben werden, wünschen wir zu ihrem wohlverdienten Ruhestande alles Glück; es folgt ihnen dahin die Verehrung und Liebe sämmtlicher Collegen, die Dankbarkeit aller der Schüler, mit denen sie in Berührung gekommen sind.— Zu Ostern 1879 wird für Herrn Erdmann Herr Caster aus Xanten, für Herrn Dr. Wulff(der nach einer recht an- erkenneuswerthen 2jährigen Wirksamkeit am Gymnasium an die hiesige Musterschule übergeht) Herr Ed. Pelissier, z. Z. in Berlin— der Enkel unsres verewigten edlen Freundes und Gönners Ed. v. Launitz— eintreten.— Die zu Michaelis 1878 angestellten Lehrer berichten über ihre Lebensumstände Folgendes.
Karl Fischer, geboren am 4. November 1840 in Darmstadt, verliess Ostern 1859 mit dem Zeugniss der Reife das Gymnasium zu Giessen, um Theologie und Philologie zu studieren; 1862 bestand er das theologische Facultäts-Examen, 1864 die philologische Staatsprüfung. Nach abgelegtem Probejahr folgte er 1865 einer Berufung nach Preussen; bestand nachträglich in Bonn das sogenannte Oberlehrer-Examen, insbesondere für Geschichte und germanische Philologie und wurde Herbst 1878 von Attendorn, wo er zuletzt als erster Oberlehrer am Gymnasium gewirkt hatte, in seine jetzige Stellung berufen.
Von grösseren Arbeiten hat er veröffentlicht: 1. Geschichte des Kreuzzugs Kaiser Fried- rich I., Leipzig 1870; 2. Die Weltstellung Europa's, als Einleitung in die neuere Geschichte,
Gymnasium 1879. 12


