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Gotha 1873; 3. Geschichte der auswärtigen Politik und Diplomatie im Reformationszeitalter, Gotha 1874; 4. Deutschlands öffentliche Meinung im Reformationszeitalter und in der Gegenwart, Berlin 1875; 5. Volks-Gesundheitspflege und Schule, Berlin 1877; 6. Böttger's Sabina, bearbeitet in 3. Auflage 1878.—
Harald Schütz, Sohn des Oberlehrers Dr. C. Schütz zu Bielefeld, geboren daselbst am 27. December 1840, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, studirte sodann in Göttingen und Berlin Mathematik und Physik und legte im Frühjahr 1863 die Staatsprüfung pro facultate do- cendi ab. Seit 1862 als Hauslehrer zu Frankfurt a. M. lebend, absolvirte er das Probejahr an der Musterschule daselbst von Ostern 1868 bis Ostern 1869, worauf er als Lehrer für Mathe- matik und Physik an die königliche Gewerbe- und Handelsschule zu Speyer berufen wurde. Im Herbst 1872 zum kgl. Rector der neugegründeten Gewerbschule zu Traunstein in Oberbayern ernannt, welche später unter seiner Leitung in eine vollberechtigte Realschule um- gewandelt wurde, erhielt er im Herbst 1878 die Berufung in sein gegenwärtiges Amt, welches er aushilfsweise bereits im Jahre 1865 mehrere Monate verwaltet hatte. Abgesehen von einer Abhandlung über functionale Cougruenzen, auf Grund deren er 1867 von der Universität Göt- tingen zum Doctor promovirt wurde, erschienen im Druck einige kleinere Arbeiten, z. B. über die Reorganisation der bairischen Gewerbschulen, resp. deren Umbildung in Realschulen, über die Entwicklung der Industrie im Mittelalter u. s. w.
Leider hat durch die längeren bezw. häufigeren Krankheiten der Herren Dr. Trommers- hausen(Siehe Seite 89), Dr. Sauerland, Raabe, Danneberg— auch Brdmann— der Unterricht dieses Schuljahres manche empfindliche Unterbrechungen und Störungen erfahren; für die philologischen Fächer und für einen Theil des deutschen Unterrichts konnte der Probecandidat Herr Dr. Bauder aushelfen; schwerer war es im mathematischen uud Turnunterricht Ersatz zu schaffen, doch hat während des Wintersemesters Herr Dr. Schütz mit grosser Aufopferung soviel wie möglich Hilfe geleistet. Von auswärts war es schwer diese herbeizuschaffen; einige Stunden hatte Herr Dr. Greve(Hassel's Institut) die Güte zu übernehmen. Die Bemühungen des Di- rectors, für den mathematischen Unterricht bei dem schwankenden Gesundheitszustand des Herrn Raabe eine dauernde Unterstützung zu gewinnen, haben bis jetzt keinen Erfolg gehabt. Es ist also zu befürchten, dass dieser wichtige Gegenstand auch fernerhin leiden werde.
Ein allen älteren Collegen und zahlreichen Schülern unvergesslicher früherer Gymnasial- lehrer, Prof. Nic. Aug. Ernst, wurde am 3. Mai 1878 durch den Tod von seinem schweren asthmatischen Leiden erlöst. Bei seiner Beerdigung(6. Mai) hielt der Pfarrer Herr Dr. Basse die Grabrede und sprach auch der Unterzeichnete einige Worte zum Andenken des Verstorbenen. Vgl. Progr. von 1846(Herbst) Seite 10 und 1873, Seite 55.— Am 27. Mai 1878 starb der ebenfalls früher 12 Jahre lang(vgl. Progr. von 1848(Herbst) Seite 12 und 1861 Seite 33) am Gymnasium thätig gewesene bekannte Historiker und Archivar Geo. Ludw. Kriegk; am 19. Ja- nuar 1879 der Senior Dr. th. Steitz, welcher nicht nur mehrere Jahre lang Mitglied der städtischen Schulbehörde war, sondern auch wie der Vorhergenannte sich durch seine wissen- schaftlichen Forschungen einen grossen Ruf erworben hatte und ausserdem in vielfacher Hinsicht alle Bestrebungen des Gymnasiums in wohlwollendster Weise förderte, so dass mancher Lehrer und Schüler ihm grossen Dank schuldig geworden ist.


