Kapitel II.
Die Alexandrinischen Epiker.
§ 1. Allgemeines.
Zwei Züge unterscheiden den Gebrauch der Alexandrinischen Dichter von den früheren: die Abnahme von uerd c. dat.(in geringerem Grade auch von äga c. dat.) und die Zunahme von Adverbien an deren Stelle, die mit dem Dativ verbunden werden. Man hätte erwarten sollen, dass als Drittes die Zunahme des genetivisch construirten uerd zu bemerken sei, welches nun schon lüngst aus der Prosa in die Poesie eingedrungen war, aber diese Zu- nahme tritt für das Helden-Epos und dessen nächstverwandte Gattungen erst mit den weit Späteren(Quintus, Nonnos) und auch da nur in bescheidenem Maasse ein. Die fünf Epiker der Alexandrinischen Zeit, von denen uns grössere Werke erhalten sind, haben etwo 125 mal Gνν, 50 mal uerd c. dat., 24 mal αα c. dat., nur 5— 7 mal derd c. gen. Dagegen finden sich, während bei Homer nur an wenigen(je vier) Stellen ouoö und ouες, an einer auch Hέeνοα ( 437) als Adverbialpräposition(Casusadverb) mit dem Dativ construirt erscheinen, in den Gedichten jener fünf Alexandriner, obwohl ihr Umfang zusammengenommen nur dem der Odyssee entspricht, Dutzende von Stellen, in denen ogod, vyff, Aly, ulοννν, αςνν νμιμινα dvd⁴νμινα, αeυνννμενοσꝙ αυνναροονσνυν Ʒσυνναάνα(Theocr. 25, 126), giνn dαœlα(Nicand. fr. 1, 4), ele Ewa(Theocr. 20, 39), dvd αμέςσςσον, μςσσα εεκςσσνοι in ähnlicher Fügung und Bedeutung vorkommen.
§ 2. Apollonios Rhodios.
Was die Einzelnen angeht, so ist bei Apollonios Rhodios Gνν noch häufiger als bei Homer, 65 Fälle. Wie in der Odyssee herrscht der persönliche Gebrauch, wie in der Iliade der Plural vor. Auch die Wendungen entsprechen mehr der Iliade; so kommt nirgends Gdν unt(vnuοt, vijeGGε) vor(dafür aber 2, 1120 xοαιτιιο 6 νν Oνρσ), dagegen wie in der Iliade 6νν euννe(mehrfach), oνv εureo(mehrfach), Gννν αααοι—³, 539. An Od. 4 349 leloréoy Gνν νεκαονοmςtdνnν s αοlν nεςσναα lehnt sich Ap. Rh. 3, 126 Si uewealg G6ν ½ε‿εκον. Ueber den Homerischen Gebrauch hinaus geht das Gυν bei 14 ½τν τπ οG—V ʒꝙ⁰ꝗ¶ /(3, 839; 4,(547) 1105. 1117), læνυνεν(4, 793), utkar(4, 1005); auch 6νυν κα‿⁵—ρ(2, 1069) und Gσꝓnυνν Aéτα ε⁵ν(4, 1005) klingen unhomerisch. Gänzlich modern aber ist die Wendung iravοον ꝓatelv d69νo vnrov 3, 582, während die Sociativfügungen mit avr, aurots u. s. w.— sei es mit(4 mal) sei es ohne uy(12 mal), auch einmal mit 605 2, 841— besonders häufig sind, allein 5 mal im ersten Buch ohne oνy, so dass Apollonios hier an die Prosa Lucians erinnert. Uebrigens findet sich dieser ντοs-Sociativ im ersten Buch auch(3 mal: 501. 801. 823) bei lebenden Wesen sowie ebenda(1200) mit vorangestelltem Gνẽ(6ον ανττος εμαόσ*), nicht so in den drei übrigen Büchern, wo, vielleicht in Folge grösserer Uebung, die Beschränktheit des Homerischen Gebrauchs genauer beobachtet wird. Ogoö findet sich 6 mal, dνμαιμινα 3 mal c. dat. In diesen Zügen erkennen wir nicht so sehr Abweichungen von Homer überhaupt als die
gemeinschaftliche Eigenthümlichkeit der Alexandrinischen Poesie, dass sie das, was bei Homer 2*


