Aufsatz 
1. Gebrauch der Präpositionen syn und mete bei den nachhomerischen Epikern. 2. Dionysios der Perieget
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

§ 7. Resultat.

Fassen wir das Vorige in Bezug auf uerd c. gen. zusammen und vergleichen Homer mit allen epischen Ueberresten der Zwischenzeit bis zu den Alexandrinern, so ergiebt sich, dass dort auf 27791 Verse 5 Beispiele, hier auf ung. 6370 deren 3 kommen. Es scheint also gewiss,

1. dass gerd c. gen. überhaupt im älteren Epos so gut wie gar nicht vorhanden ist;

2. dass dennoch es auch da nach und nach etwas häufiger wird, indem bei Homer nur

auf reichlich 5500 Verse, hernach aber auf ung. 2100 Verse ein Beispiel kommt, so dass es hier doppelt so oft erscheint;

3. dass erst nach Homer einzeln auch der Gen. des Singulars bei uerd steht. Bedenken wir jedoch, wie leicht durch späteren Zusatz oder Textverderbniss unsre Ueberlieferung entstellt sein kann, so ist es nicht unmöglich, dass das alte Epos diese Construction überhaupt gar nicht kannte. Für die Zeit zwischen den Perserkriegen und den Alexandrinern liegt nicht eine einzige Stelle als Beweis vor, aber die Bruchstücke der Epiker dieser Periode sind doch zu gering, um däraus schliessen zu dürfen, dass es nicht auch da ausnahmsweise vorkam.

§ 8. Parodien.

Ausgeschlossen von dieser Betrachtung habe ich die erst am Ende der Attischen Periode reichlicher hervortretenden parodischen Epiker. Von dem ältsten unter ihnen, dem Thasier Hegemon mit dem SpitznamenLinse, der der Zeit des Peloponnesischen Krieges angehört, haben sich fast mehr höchst ergötzliche Anekdoten als Verse(21 Hexameter, 4 jamb. Trimeter) erhalten. In dem längeren Fragment bei Athen.(XV, 698, d sqd., Vers 10) findet sich ein Homerisches derd roto(oder nach G. Hermanns witziger Vermutung eIg.... Asrd 10*9), was nicht befremden kann, da unter höchst prosaische Wendungen(z. B. bestimmter Artikel v. 14. 20; àerd rodro v. 5) auch die erhabensten epischen Ausdrucksweisen gemischt sind; dem burlesken Ton dieses Attischen Jobsiaden-Dichters wird es sicher gemäss gewesen sein, auch das uerd c. gen. der Komödie reichlich zu brauchen. Dies bezeugen auch die jüngern Kunstgenossen aus der Zeit Philipps und Alexanders, weniger der zwar witzige aber plumpere Matron(142 vv.) als besonders der bei weitem freiere Archestratos(328 vv.) ¹), beide Dorier, aber von Attischer Bildung und Sympathie durchdrungen. Bei Matron ist ein stetes Kopiren der Homerischen Welt Regel und Absicht; daher auch ein derd Iεοσν εᷣεvοάσα(V. 31. des längern fr. bei Athen. IV, 134, d sqq.) und ein zweimal(ib. 48. 60) mit reohat ver- bundenes ãuνα durchaus natürlich ist, während sonst der häufige(ib. 35. 46. 51. 73. 81. 96. 100) bestimmte Artikel, das unbestimmte zis(ib. 85 εr*ro τις αrνν 95 xals d rls ex Talautvog; cf. Athen. XV, 697 f. v. 4 ro ε τς KAEGvεμυος), das sãeν aloεν(grüssen lassen) ib. 17, das mehrfache loQ=flink, hurtig(ib. 73. 82. 97), die figura etymologica ib. v. 2 u. A. m. zur Genüge zeigen, dass hier absichtlicher Contrast zwischen dem Alltäglichsten und Erhabensten ist, so dass es nur Zufall zu sein scheint, dass nicht auch gçerd c. gen. vor- kommt. Dagegen haben wir bei Archestratos die Sprache der gleichzeitigen neueren Komöcdie in epischer Versform, während die Nachahmung der Homerischen Dinge nur ge-

1) Ich rechne das von Bussemaker(ed. Par. Didot.) ausgelassene fr. Athen. III, 105, e(3 Hexa- meter) hinzu. Zu spät, um sie noch brauchen zu können, erhielt ich die Ausgabe der Fragmente des Arche- stratos von W. Ribbeck, Berol. 1877. 4. Ich sehe, dass er das vergessene Fragment unter Nr. 24 aufgeführt hat.

2.