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des Reiches Gottes alten und neuen Bundes und Symbolik gelehrt werde, die ſyſtematiſche Behandlung der Glaubens- und Sittenlehre aber aus dem Gymnaſialunterrichte entfernt bleibe;
II. Die Forderungen, welche an die evangeliſchen Gymnaſial⸗Abiturienten in der Maturitätsprüfung hinſichtlich der Religionskenntniſſe zu ſtellen ſind, werden(vergl.§. 11. I. der Vollzugsvorſchrift vom 7. Auguſt 1844) dahin näher beſtimmt, daß die Abiturienten mit den wichtigſten Theilen der h. Schrift alten und neuen Teſtamentes wohl vertraut, ſowie mit dem Gange der Offenbarungsgeſchichte des alten Bundes, und mit den Hauptmomenten der Kirchengeſchichte, endlich mit den Grundlehren der evangeliſchen Kirche nach Maßgabe der Augsburgiſchen Confeſſion genau bekannt ſein ſollen.
III. Hinſichtlich der Religionsübung wird angeordnet, daß 1) das tägliche Morgen⸗ gebet in den Klaſſen entweder nur von erprobten Lehrern geiſtlichen Standes abgehalten, oder aber, wo dies nicht ausführbar iſt, als Morgengebet lediglich das Gebet des Herrn geſprochen werden ſoll;— 2) in der wöchentlichen Schlußbetſtunde(Hora) alle Lehrvorträge gänzlich wegfallen, dagegen die Gebete den kirchlichen Zeiten möglichſt eng angeſchloſſen und— 3) in dem Choralgeſangunterricht des Gymnaſiums, ſowie in den Schlußbetſtunden und ſonſtigen Andachtsübungen der Schüler nur die Kernlieder der evangeliſchen Kirche eingeübt und ge⸗ braucht werden ſollen.
IV. Der evangeliſche Religionsunterricht an den Gymunaſien iſt entweder von ordi⸗ nirten Pfarrern oder von ordnungsmäßig geprüften und admittirten Candidaten der Theologie zu ertheilen, von letztern jedoch nur, inſofern der Superintendent der Diöeeſe ſie für dieſen Unterricht befähigt erklärt und in kirchliche Pflichten nimmt.
Die kirchliche Verpflichtung derjenigen, gegenwärtig in Function ſtehenden evangeliſchen Religionslehrer an den Gymnaſien, welche die kirchliche Weihe noch nicht erhalten haben, iſt alsbald durch den betreffenden Superintendenten in der Kirche und in Gegenwart des betr. Gymnaſial⸗Directors ſowie der übrigen Lehrer des Gymnaſiums, namentlich der Religions⸗ lehrer, dahin vorzunehmen, daß die gedachten Lehrer ſich verpflichten, dem evangeliſchen Be⸗ kenntniſſe, nach Maßgabe der heſſiſchen Kirchenordnung vom Jahre 1657, gemäß zu lehren und zu leben. Dieſe Art der Verpflichtung iſt auch in künftigen Fällen, bei der Anſtellung neuer, noch nicht ordinirter evangeliſcher Religionslehrer an den Gymnaſien, zu beobachten. Es ſind dieſe Vorſchriften alsbald in Vollzug zu ſetzen, und daß und wie dieſes geſchehen, demnächſt zu berichten. Haſſenpflug.
d) Caſſel, am 10. April 1852 Nr. 4062. Die von den geiſtlichen Behörden der evangeliſchen Kirche über den evangeliſchen Religionsunterricht auf den Gymnaſien zu führende Aufſicht betreffend.
Beſchluß. Die durch allerhöchſte Entſchließung vom 10. April v. J angeordnete und durch Beſchluß vom 31. Juli v. J. Nr. 6725 P. d. J. beziehungsweiſe vom 31. October v. J. Nr. 10237 P. d. J., zu näherer Beſtimmung vorbehaltene Aufſicht der Superintendenten über


