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faſſung ſeiner Geſchichte des jüdiſchen Krieges, über die er fleißig mit Titus und Vespasian verhandelte. 1) Das Buch ſollte zuerſt eine Apologie an ſeine Landsleute ſein und war ſyro⸗ kaldäiſch geſchrieben. Als ſolches wurde es von den Juden verachtet. Es machte erſt dann größeren Eindruck als es griechiſch erſchien. Titus ſelbſt ſanctionirte es und die Offiziere, welche den Feldzug mitgemacht, kauften es fleißig. Von dieſer Zeit an blieb Josephus überhaupt bei der literariſchen Beſchäftigung. In 20 Büchern, die er Archäologie, Antiquitates, nannte, erzählt er die ganze jüdiſche Geſchichte, und in 2 Büchern gegen den alexandriniſchen Literaten Apion ſchrieb er eine Apologie der jüdiſchen Religion.— Der Abend ſeines Lebens wurde entſprechend ſeinem charakterloſen Verhalten vielfach getrübt. Die Römer konnten ihn nicht achten und die Juden haßten ihn. Als Domitian geſtorben und auch Agrippa, ſtand er ohne den Schutz der Mächtigen da. Sein alter Gegner Justus von Tiberias trat nun auch als ſein Gegner auf dem Boden der Geſchichtſchreibung auf. Josephus ſchrieb dagegen die Mewoiren ſeines Lebens, in denen er ſich mehr noch als im„jüdiſchen Krieg“ als Freund der Römer und Ver⸗ räther ſeines Volkes ein Denkmal geſetzt hat.
II.
Die kurze Darſtellung des Lebens zeigt ſchon, daß Josephus jedenfalls in der Lage ſein mußte, die Geſchichte ſeines Volkes zu beſchreiben. In dem jüdiſchen Kriege ſpielte er ſelbſt eine hervorragende Rolle. Nach Beendigung desſelben hatte er in Rom Gelegenheit, von den her⸗ vorragenden Theilnehmern an jenem Kriege die Einzelheiten authentiſch zu erfahren. In dieſer Hinſicht beruft ſich Josephus auf das Zeugniß des Vespasianus, des Titus und Agrippa. Was die Archäologie angeht, ſo lehnte er ſich im allgemeinen an die heiligen Bücher an. Für die Zeit nach den machabäiſchen Kämpfen konnte er die griechiſchen und römiſchen Schriftſteller in ausgiebiger Weiſe benutzen und auch durch mündlichen Verkehr Erfahrungen und Belehrungen ſammeln. Wir wollen aber doch nicht verſäumen in nachfolgenden Sätzen die ſchriftſtelleriſche Bedeutung des Josephus etwas eingehender zu beſprechen.
In dieſer Sache gehen die Anſichten und Urtheile weit auseinander. Die Kirchenväter ſpenden ihm zum Theil großes Lob. Der hl. Hieronymus ſchreibt über ihn: Josephus anti- quitatem approbans populi Judaici duos libros scripsit contra Aspionem et tanta saecularium profert testimonia, ut mihi miraculum subeat, quomodo vir Hebraeus et ab infantia sacris literis eruditus cunctam Graecorum bibliothecam evolverit.(Ep. 84 ad Magnum Oratorem). — An einer andern Stelle nennt ihn Hieronymus den„griechiſchen Livius“.(Ep. ad. Eustach.) Dieſer Ausdruck iſt wohl zu beſchränken und höchſtens auf die Sprache zu beziehen; denn es
1) Vergl. Hausrath I. c. pag. 313.


