5
in Böhmen verrichtet hat, wer kann ſie ſehen, ohne zu glauben, daß Wilhelml. ein erwähltes Rüſtzeug Gottes iſt, auf die Warte der Zeit geſtellt, um Preußen zum Heile und dem geſamm⸗ ten deutſchen Vaterlande zum Segen zu ſein? Wer aber ſolchen Glauben hat, der kann nicht zweifeln, daß einem ſolchen König treu ſein, thun heißt was Gott will. Für mich ſteht diefer Glaube feſt als unverbrüchliche Herzensüberzengung, und darum muß— ja es muß unwandelbare Treue und Liebe mein Herzensdank ſein für des Königs Gnade. Der Herr aller Herren ſegne ihn nach wie vor, er ſegne Deutſchland, er ſegne uns in ihm!
Jene Treue aber und dieſe Liebe können und ſollen nicht tha“ tenlos in meiner Seele verglühen, das Königliche Reſcript ſelbſt weiſt dieſen Gefühlen das ſchönſte Feld der Bethätigung an, in⸗ dem es mir die Aufgabe ſtellt, das Wohl der Anſtalt nach beſten Kräften zu wahren und zu fördern. Das Wachsthum und Ge⸗ deihen dieſer wie aller Bildungsſtätten des Reiches iſt der eigenſte Wille unſeres Königs, und auch hierin zeigt er ſich als echten Sproſten des Hohenzollernſtammes. Die Herrſcher aus dieſem Hauſe haben nie Fleiſch allein für ihren Arm, nie Truppenmaſſen allein für ihre Macht gehalten, nicht minder in der Bildung als in der Zahl und Tapferkeit ihrer Krieger haben ſie den Hort ihrer Stärke geſucht und gefunden. Auf dieſe Weiſe iſt Preußen das Land nicht bloß der Caſernen, ſondern zugleich der Schulen geworden, und die Siege, welche ſeine Fürſten je und je erfochten ha⸗ ben, es ſind nicht bloß Waffen⸗, es ſind Geiſtesſiege geweſen. In kei⸗ nem Staate der Welt ſteht die Schule in ſo engem Verband, in ſo lebendigem Zuſammenhang mit der Armcee, wie im preußiſchen Staate, und jeder Preußenkönig, dem ſeine Armee am Herzen liegt, iſt eben damit der natürliche Pfleger und Förderer der Er⸗ ziehungs⸗ und Unterrichtsanſtalten. So auch König Wilhelm. Seinem Volke den höchſtmöglichen Grad geiſtiger wie leiblicher Spannkraft und Tüchtigkeit zu geben, iſt Sein ebenſo großſinniges als unabläſſiges Bemühen, und demgemäß verlangt er das Ein⸗


