tonio ſeine höchſte Spitze. In gleichem Verhältniſſe mit der Zuneigung Antonios ſteigt die Abneigung Taſſos, während das Umgekehrte in dem zweiten Acte des Dramas Statt fand. Über⸗ haupt„trennen ſich die beiden Richtungen Antonios und Taſſos immer ſchroffer. Während Taſſo ſich immer mehr in ſich hinein⸗ gräbt und dem Dämon eines ihn verzehrenden, ihn gegen ſeine ganze Umgebung ungerecht machenden Argwohns anheimfällt, erſcheint Antonio immer leidenſchaftsloſer und geiſtig freier. Die völlig ſubjective Auffaſſung der Verhältniſſe Taſſos wächſt in dem Maße, als Antonio an objectiver Haltung und Ruhe ge— winnt.“*) Da Taſſo in ſeinem Gegner die rechte Hand des Herzogs erblickt, ſo wächſt natürlich mit dem Mistrauen gegen Antonio auch ſeine Verkennung des Fürſten(S. 217), den Gipfelpunkt idealiſtiſcher Verblendung aber erreicht Taſſo in dem jedes ſicheren Haltes entbehrenden Wahne, daß die Prinzeſſin ihm ſogar feindlich gegenüberſtehe (S. 218— 219).**)
V. Act.
1. Scene. Seinem Verſprechen gemäß trägt Antonio dem Fürſten ſofort Taſſos Wunſch vor auf einige Zeit nach NRom reiſen zu dürfen. Alfons willigt ein, ohne jedoch Antonio ſeinen Verdruß und ſeine Beſorgnis zu verbergen:
Ich bin verdrießlich, daß ich dir's geſtehe,
Und lieber ſag ich dir, daß ich es bin,
Als daß ich den Verdruß verberg' und mehre u. ſ. w.
*) Rötſcher, S. 188.
**) Die Steigerung im Verhältnis zu Act IV, Scene 3, S. 207 iſt klar.


