dieſes Gedicht als ſeinen alleinigen Beſitz zurück*) und ſucht unter dem Gewirre der Taͤuſchungen einen poſitiven Halt in der Idee daſſelbe durch möglichſte Vollendung ſeinem urſprüng⸗ lichen Zwecke entſprechend zu geſtalten(S. 211). Antonio gibt ihm den Rath von der Reiſe nach Rom wenn nicht für immer, doch wenigſtens für jetzt abzuſtehen, aber keine ſeiner wahr ge⸗ meinten, auf der klaren Einſicht in den Seelenzuſtand Taſſos (S. 213— 214) und deſſen Stellung zu dem fürſtlichen Hauſe (S. 210— 211) beruhenden Vorſtellungen findet Eingang; viel⸗ mehr beſteht Taſſo um ſo hartnäckiger und ungeſtümer auf ſeinem Willen, je wohlwollender und eindringlicher ihn Antonio von ſeinem Vorhaben abmahnt, ſo daß ſich dieſer zuletzt zu dem Ver⸗ ſprechen genöthigt ſieht, den Urlaub zur Reiſe nach Rom bei dem Fürſten zu erwirken. Aus Eleonorens Rathſchlägen und Schmei⸗ cheleien hatte Taſſo mit richtigem Takte die Unredlichkeit heraus⸗ gefühlt, ſo daß er in Wahrheit von ſich ſagen durfte:**) Ich fühl es leicht, Wenn man den Weg zu meinem Herzen ſucht Und es nicht herzlich meint.
allmählich aber iſt die Verfinſterung ſeines Gemüthes ſo weit fortgeſchritten, daß er nicht mehr im Stande iſt die aufrichtige Stimme der UÜberzeugung zu vernehmen.
5. Scene. Er ſiecht in der ungeheuchelten Theilnahme, womit ihm Antonio entgegenkommt, nichts als Lug und Trug und dichtet demſelben die teufliſche Heimtücke an, als wolle er ſeine Abſicht ihn vom Hofe zu vertreiben durch den Heuchelſchein des Wohlwollens bemänteln(S. 216). In dieſem Anſinnen erreicht Taſſos Argwohn und Widerwille gegen An⸗
*) Act V, Scene 2, S. 229: 3
Ganz
Ruht mein Gemüth auf dieſem Werke nun. Nun muß es werden was es werden kann.
*) Scene 3, S. 206.


