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zurückzuſinken.*) Nur in ſeiner Phantaſiewelt iſt er zu Hauſe, die wirkliche Welt iſt ihm zur Fremde geworden, und wie ſie ihn in ſeiner Kindheit ſtiefmuͤtterlich von ſich geſtoßen, ebenſo ſtößt er ſie zurück, wenn ſie in Widerſpruch mit ſeinem idealen Begehren tritt. Aber die eiſernen Mächte der Sitte und des Geſetzes ſtehen da in unwandelbarer Feſtigkeit, gebieteriſch hei⸗ ſchen ſie von dem Individuum das Bewußtſein ſeiner Schranke und fallen mit zermalmender Wucht auf Jeden herab, der ſich ihnen entgegenſtemmt, ſei es mit Abſicht, oder— wie Taſſo— aus Unkenntnis und in der Hitze des Affectes. Will der Menſch ſicher durchs Leben gehn, ſo bleibt ihm nichts übrig, als ſeine Subjectivität mit den Ordnungen der Welt auszugleichen, die⸗ *) Trefflich characteriſirt ihn Antonio Act III, Sc. 4, S. 189:
Ich kenn ihn lang', er iſt ſo leicht zu kennen,
Und iſt zu ſtolz ſich zu verbergen. Bald
Verſinkt er in ſich ſelbſt, als wäre ganz
Die Welt in ſeinem Buſen, er ſich ganz
In ſeiner Welt genug, und alles rings
Umher verſchwindet ihm. Er läßt es gehn,
Läßt's fallen, ſtößt's hinweg und ruht in ſich—
Auf einmal, wie ein unbemerkter Funke
Die Mine zündet, ſei es Freude, Leid,
Zorn oder Geille, heftig bricht er aus:
Dann will er Alles faſſen, Alles halten,
Dann ſoll geſchehn, was er ſich denken mag;
In einem Augenblicke ſoll entſtehn,
Was Jahre lang bereitet werden ſollte,
In einem Augenblick gehoben ſeyn,
Was Mühe kaum in Jahren löſen könnte.
Er fordert das Unmögliche von ſich,
Damit er es von Andern fordern dürfe.
Die letzten Enden aller Dinge will
Sein Geiſt zuſammenfaſſen; das gelingt
Kaum Einem unter Millionen Menſchen,
Und er iſt nicht der Mann: er fällt zuletzt,
Um nichts gebeſſert, in ſich ſelbſt zurück.


