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Treuherzigkeit liegen in ihm, wie in einer Kinderſeele, neben Un⸗ geduld, Eigenſinn, Unenthaltſamkeit in dem was den Sinnen ſchmeichelt,*) und Unbehülflichkeit in den kleinen Bedürfniſſen des Lebens**) im bunteſten Gemiſch bei einander. Ohne geord⸗ nete Thätigkeit mußte es ihm doppelt ſchwer werden ſeine Launen und Gemüthsverſtimmungen zu bemeiſtern, der Genuß feuriger Gewürze und Getränke vermehrte die Wallungen ſeines heißen Blutes, erhöhte die Heftigkeit ſeiner Leidenſchaften und gab die ohnehin leicht bewegliche Seele des Dichters jedem Eindruck des Augenblicks Preis. †) Der ſturmbewegten Welle gleich ſchwankte er haltungslos zwiſchen Extremen. ††½) Seine feurige Phantaſie überſprang alle Klüfte, welche zwiſchen Gedanke und That in der Mitte liegen; ihr ätheriſcher Flug hob ihn leichtes Schwungs über Berge und Abgründe von Schwierigkeiten und Hinderniſſen hinweg, welche nur die Erfahrung bemeßen lehrt; von der Ge⸗ walt einer plötzlich aufſteigenden Idee ſchnell entzündet forderte er von dem Augenblick die Realiſirung des Unmöglichen, um im nächſten Augenblick wieder in die Traumwelt ſeiner Phantaſieen
*) Siehe Act V, Scene 1, S. 222— 223. **) Siehe Act III, Scene 4, S. 187— 188. †) Siehe Act III, Scene 4, S. 190: Kannſt Du es läugnen, daß im Augenblick Der Leidenſchaft, die ihn behend ergreift, Er auf den Fürſten, auf die Fürſtin ſelbſt, Auf wen es ſey, zu ſchmähn, zu läſtern wagt? Zwar augenblicklich nur; allein genug, Der Augenblick kommt wieder: er beherrſcht So wenig ſeinen Mund als ſeine Bruſt. †t) Am Schluße des Stückes, S. 245, vergleicht er ſich ſelbſt mit einer Welle: Die mächtige Natur, Die dieſen Felſen(Antonio) gründete, hat auch Der Welle die Beweglichkeit gegeben. Sie ſendet ihren Sturm, die Welle flieht Und ſchwankt und ſchwillt und beugt ſich ſchäumend über. u. ſ. w. 2*


