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Mann, unter deſſen Obhut Taſſo als Menſch und Dichter wohl gedeihen kann. Eleonore weiß die Abſicht des Fürſten zu würdigen:
So wirſt du, Herr, für ihn noch alles thun,
Wie du bisher für ihn ſchon viel gethan.
Es bildet ein Talent ſich in der Stille,
Sich ein Character in dem Strom der Welt. und wäre ihr Wunſch:
O daß er ſein Gemuͤth wie ſeine Kunſt
An deinen Lehren bilde! daß er nicht
Die Menſchen länger meide, daß ſein Argwohn
Sich nicht in Furcht und Haß verwandle! in Erfüllung gegangen, Taſſo würde vor der Verirrung bewahrt worden ſein, welche ſie in ihren letzten Worten gleichſam mit ahnendem Geiſte voraus verkündigt.
Nachdem wir auf dieſe Weiſe eine ziemlich deutliche Vor⸗ ſtellung von Taſſo als Dichter und Menſch erhalten haben, tritt nunmehr Taſſo ſelber auf und ergänzt dieſelbe nach beiden Seiten hin. Die Prinzeſſin hat bisher ſoviel als möglich ſeine Partei genommen und ihn ſchon lange während des Geſprächs kom⸗ men ſehn.
3. Scene. In ſeinem Erſcheinen drückt ſich Schüchtern⸗ heit und Unentſchloßenheit aus. Langſam kommt er heran, ſteht bisweilen ſtill, geht dann wieder ſchneller, bis er ſich endlich Al⸗ fons nähert und ihm mit liebenswürdiger Beſcheidenheit ſein Ge⸗ dicht überreicht. Die liebreiche Aufnahme des Herzogs öffnet ihm Herz und Mund zu dem dankbaren Geſtändnis:
Betrachtet' ich den Fleiß, den ich verwendet, Sah ich die Züge meiner Feder an;
So konnt ich ſagen: dieſes Werk iſt mein. Doch ſeh ich naͤher an, was dieſer Dichtung Den innern Werth und ihre Würde gibt; Erkenn ich wohl, ich hab es nur von euch. Wenn die Natur der Dichtung holde Gabe


