Aufsatz 
Porphyreos-Purpureus : eine farbengeschichtliche Studie
Entstehung
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ja bekannt, aber deshalb folgt doch aus diesen Stellen nicht, dass 7r00ꝙ 0εο dunkel oder schwarz heissen müsse.

Veckenstedt a. a. O. S. 162 meint 0ρσπυσεοοσο sei in übertra- gener Bedeutung als Beiwort des Todes gebraucht, wohl in dem von La Roche angegebenen Sinn.

Marty a. a. O. S. 104 Anm. sagtes erklärt sich Homers purpurner Tod, welche Wendaung seit der Zeit der alten Lexiko- graphen so viele Hypothesen hervorgerufen bat, als Hinweis auf das schwärzliche Blut der Todeswunde, nachdem er vorher gesagt hat, der tiefdunkele, fast schwarzem Blute ähnliche Purpur schiene den strittigen Namen Fοσρ⁶σεοο vorzugsweise getragen zu haben. Das ist für die nach homerische Zeit richtig, für die homerische Zeit aber nicht zu beweisen.

Breusing J. J. 141 S. 81 ffl. denkt ähnlich wie Marty an den Blutverlust als Ursache des Todes.

Felix Hartmann J. J. 131 S. 456 f. erklärtder zuckende Tod, ein der homerischen Sprache durchaus geläufiges Bild, wenn auch der Tod sonst nicht so genannt wird. Das ist freilich richtig, aber 09% 00ꝙ heisst doch nicht zucken, und darum erscheint derzuk- kende Tod ebenso wenig annehmbar wie desselben Verfassers zuckender Regenbogen.

Ameis-Hentze schreibt zu II. F, 83der purpurne. Bezeich- nung des plötzlich scheidenden Lebens, entlehnt von dem purpurnen (dunkelvioletten) l'arbenspiel, das im Süden auf dem Meere und am Himmel sich zeigt, wenn das warme Sonnenlicht scheidet und die schwarze Nacht jäh hereinbricht. Eine mehr als unwahrschein- liche Erklärung.

Die annehmbarste Erklärung würe die von La Roche, wenn nur sonst bei Homer τ οꝓο⁶σεοε schwarz, dunkel hiesse. Ich möchte eine andere Erklärung vorschlagen.

Wörtlich heissen die in Betracht kommenden Worteund seine beiden Augen ergriff der G% νμεέοο d⁴αeααοs und die machtvolle Moira. Der 1r% ειοσ ϑdœxos hat also eine Wirkung auf die Augen ausgeübt. Nehmen wir die ursprüngliche Bedeutung von 7 ⁰09%(0809wallend an, so würden wir die Übersctzung bekom- men,der wallende Tod ergriff die Augen, etwa in dem Sinn, dass es den Menschen vor den Augen wogte, dass ihm die Dinge verschwammen. Ein solcher Vorgang ereignet sich beim Eintritt einer Ohnmacht*), und dementsprechend kann man wohl schliessen, dass ebendasselbe beim Naben des Todes eintritt.

*) Apoll. Rhod. gebraucht σπρσιοεσοσςα von zdοοs, das wie Veckenstedt be- merkt, der Scholiast mit αeτπαασια erklärt.