65
—
tem Rot mit Blauschimmer“ wie Veckenstedt die Purpurfarbe be- zeichnet— Lorz folgt ihm darin— ist gar nicht die Rede. Das Charakteristische am Eisvogel ist sein wunderbarer Glanz, das ist für jeden klar, der ihn nur einmal gesehen hat, wie er schnurstracks über das Wasser streicht oder unbeweglich am Ufer auf einem Zweig auf kleine Fische lauert.
Vielumstritten ist τ οαG⁷ετοοσ als Beiwort des Blutes, des Regen- bogens und des Todes.
P 361 f. steht: dςᷣ las entreile ε‿αιρμοο, αμαηιι/ τ⁴όι de⁶ετο εμοοασοέσ. Capelle-Seiler sagt zu dieser Stelle:„Gegen den sonstigen Gebrauch αα*ποαρ⁶σεον, das dunkelrote(oder hochrote) Blut“. Diese Annahme ist nicht notwendig. Was hindert uns die Stelle zu erklären: Die Erde wurde benetat durch das aus der Wunde quellende oder spritzende Blut?*) Das ist poetisch viel wirksamer, als wenn wir an rotes Blut denken müssten. Die Erklärung von Jordanx*)(und Veckenstedt a. a. O. S. 162) hier sei die Rede von dem nach längerem Kampf die Erde feuchtende, dunkeler machen- den Blut, das geronnene, schwarz gewordene Blut, aber nicht das frische Blut sei mit alαα πμοροεον gemeint, ist wegen des Zusam- menhanges ganz verkehrt. Die Argiver kämpften dort unter der Anführung des Ajax mit grosser Hartnäckigkeit um den Leichnam des Patroklus und„die Erde wurde benetzt von dem aus den Wundenströmenden(aber nicht von geronnenem, schwarz gewordenem) Blut.—
In P 547 Höre οσορονοέτην ⁷ ⁴ϑτντσιι mwᷣυνιισσ Zed 090 ev wird der Regenbogen ορνοέ genannt.(Properz nennt den Regenbogen, vielleicht in bewusster Anlehnung an Homer, auch einmal purpureus.) Diese Stelle hat die verschiedensten Deutungen hervorgerufen. La Roche a. a. O. S. 141 sagt, wenn man es nicht geradezu mit dunkelrot wiedergeben wolle, bliebe nur noch die Uber- setzung funkelnd übrig, die sich noch am chesten aus der Bedeutung „unruhig“ ableiten lasse. In seiner Iliasausgabe von 1891 fügt er hinzu, 7τmπ υουιτνq%△ von dem Scholiasten mit 7roνε⁴αν erklärt, von anderen mit glänzend, könne wegen des Vergleichs mit 7τοαꝓσοεέιeν voεέα nicht anders gedeutet werden als dunkel.
Felix Hartmann J. J. 131. S. 465 f. nimmt als Grundbedeu- tung an„zuckend, flimmernd, schimmernd, glänzend, für das Meer zugleich spritzend, schaumig“.„Wie passend ist dieses von dem oft schnell wechselnden, gleichsam zuckenden Regenbogen, von der schäu-
*) of. Breusing, J. J. 131. **½) Fleck. Jhrbch. 76, S. 161 ff.


