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0 221 ist zweifellos für den Zweck des Agamemnon ein weit- hin leuchtendes,— wohl weisses— Gewand viel geeigneter als ein purpurrotes. Auch Od. e, 115 und 9, 373 ist die Bedeutung glän- zend, schimmernd wohl am Platze.— II. 42, 796 würden freilich kostbare purpurne Decken, in welche die Reste des Hektor gelegt wurden, zu dem goldenen Kästchen gut passen; aber notwendig ist diese Bedeutung nicht.— Auch B 541 ist es nicht, wie La Roche*) meint, nötig an eine dunkle Wolke zu denken, Athene kann sich auch in eine schimmernde, glänzende Wolke verhüllen, was mir persönlich viel poetischer erscheint.
Bier möchte ich ein paar Worte über dνmοσνοσε einschieben. Meis- tens wird es mit meerpurpurn übersetzt.**) Der erste Teil des Wortes dls soll dann darauf hinweisen, dass die Purpurfarbe aus dem Meerestamme, in dem ja die G œmοσσα lebe. Das würe meiner Ansicht nach ein höchst überflüssiger Zusatz. Ich schliesse mich hier an Breusing*“*) an, der es mit glänzend, glitzernd erklärt. Die Mdzcłᷣ und οεα(E 53, 506 cf.*», 108) glänzen weiss wie die Wogen, die vorn am Buge des Schiffes sich brechen.(Vergl. 6 427 f. S. 4 und„die schimmernde Wolle, den schneeigen Lein“.) In nachhomerischer Zeit mag ja(un- ter dem Einfluss von dem Bedeutungswandel glänzend-rot) ακσααο- Puos auch meerpurpurn bedeutet haben. An einer Stelle aber, Alkmann 26,4****) wo wir ½„ονοε⁴νιιμιοσνοοο dvνis finden, heisst es ganz gewiss nicht„purpurrot“. Wie Lorz anführt, ist nach Ant. Kar. 27 dieser Vogel das Männchen des Eisvogels alcedo hispida.***☛*ε*ε) Fritsch, Naturgeschichte der Vögel Europas, Prag 1870 beschreibt ihn folgendermassen:„Der Oberkopf, ein Streifen vom Schnabel am Halsc herab, Schulter- und Flügeldeckfedern dunkelgrün mit grün- blauen Flecken und blau schimmernd, der Rücken lebhaft lichtblau. Die oberen Schwanzfedern dunkel und die mit schwarzen Schäften verschenen Schwanzfedern lasurblau, Kehle geblich weiss, der übrige Unterleib schön zimmtrot oder rostfarbig. Also ein recht bunter Gesell, bei dem aber das für ⁵ισ G⁹σꝗε& charakteristische Far- benspiel in hohem Grade zur Geltung kommen mag, obwohl das Gefieder wenig eigentliches Rot zeigt.“ Besser sagen wir, fast gar kein Rot zcigt, denn es ist mehr gelbbraun. Von„vollem gesättig-
*) Die Bezeichnungen der Farben bei Homer, Linz 1880, S. 14.
**) Marty, Die Frage nach der geschichtlichen Entwicklung des Farbensinns Wien 1879 S. 68, Anm. 1.
*n) J. J. 131, 83.
*24**) Lorz a. a. O. S. 8.
Irrei) Der griechische Eisvogel a. rudis, dessen Gefieder schwarz mit weiss ist, kann nicht in Betracht kommen.


