Aufsatz 
Porphyreos-Purpureus : eine farbengeschichtliche Studie
Entstehung
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2 doppelrot. Diese Aufstellung ist freilich, wie Schmidt nachgewiesen hat, unbaltbar, speziellvom weissen Purpur zeigt er dies S. 141 f. Doch wird dadurch die Zahl der Purpurfarben nicht verringert, er zählt in der Purpurfarbentafel zu S. 106 13 Purpurfarben auf, die ein- fache Buccinfarbe und 12 wirkliche Purpurfarben und gibt auch die Art ihrer Entstehung an, ob sie durch einfache, oder doppelte, oder dreifache Färbung, oder durch Mischung von schwarzrotem, rotem oder weissem Schwarz Purpur hergestellt sind. Die 13 Arten sind 1. scharlachrot, 2. schwarz, 3. rot, 4. blutrot(Purpura Tyria, Laconica), 5. violett, 6. blaulila(eliotropfarbe), 7. blaurot(Mal- venfarbe), 8. gelb(Ierbstviolenfarbe), 8. Tyrianthin(Tyriamathyst), 10. Tyrischer Heliotroppurpur, 11. Tyrischer Malvenpurpur, 12. Tyrischer Herbstviolenpurpur und 13. Tyrischer Coccinpurpur. Am beliebtesten scheinen der hochrote und violette Purpur gewesen zu sein, und beide Sorten wurden nirgends so gut wie in Tyrus gefärbt; die Phönizier werden ja auch ausdrücklich als Erfinder der Purpurfärberei angegeben. Hauptsäuchlich wurden Wollgewänder purpurn gefärbt und diese Purpurstoffe zeichneten sich durch grosse Schönheit, Zartheit und Dauerhaftigkeit aus. Was uns beson- ders interessiert, ist, dass man verstand ihnen einen ganz eigentüm- lichen Glanz zu geben, so dass sie in andere Farben hinüberspielten, Changeant nennt es Heeren*) und fügt hinzu man habe gerade daran einen besonderen Gefallen gefunden.***)Das Hervorstechende und Schimmernde zog in allen Zeiten am meisten die Aufmerksam- keit des grossen Haufens, sowie aller unkultivierten Nationen auf sich und so ist es nicht zu verwundern, wenn es auch in dem phönikischen Zeitalter die meisten Liebhaber fand. Ob man freilich in dem 9. 7. Jahrh. v. Chr. Geb. schon so viele Purpurfarben gekannt hat oder vielmehr, ob die damalige Technik schon soweit vorgeschritten war, wie in der römischen Kaiserzeit, kann bezweifelt werden. So viel aber steht fest, am meisten fiel an den Purpurgewändern in die Augen der herrliche, wogende Glanz,**) und verschiedenartige Farbennuancen wurden unter dem Namen, der schimmernden, glän- zenden Farbe, wie wir 7r⁰0%%o erklären können, zusammenge- fasst. Am beliebtesten war der rote Purpur und so kommt es, dass

*) Heeren, Ideen über die Politik, den Verkehr und Handel der vornehmsten Völker der alten Welt. I, S. 716(Göttingen 1805).

**¼) Plin. H. N. IX, 62(buccinum) nimiae eius nigritiae dat austeritatem nitoremque, qui quaeritur u. I. I. s. f. laus in summa, in colore sanguinis concreti, nigricans aspectu, idemque suspectu refulgens.

***) Demokrit(Abd.) sagt von der Purpurfarbe d⁶ νàr 7onα ασαιποο⁸ς T'y alονσιισαυνπ.