Aufsatz 
Über die Methode und die Grundlagen der Arristotelischen Ethik
Entstehung
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s. auch 1169 b 23. Daher kann Aristoteles auch schroff sich entgegenstehende Ansichten anerkennen und sie als relativ berechtigte in seinem höhern Standpunkt vereinigen. Wenn also der Grund des Irrthums erkannt und das diesem etwa zu Grunde liegende Wahre gewürdigt ist, so hat damit die Untersuchung ihren endgültigen Abschluss erreicht.

Wir sahen im Vorhergehenden, wie das Verfahren des Aristoteles überall ein streng gesetzmässiges ist, wie er jedes willkürliche Fortschreiten vermeidet. Eben dasselbe lässt sich von der gesammten Anordnung des Stoffes behaupten. Die Ethik beginnt naturgemäss mit der Frage nach dem Wesen der eudααοtæ, da sie das Ziel alles menschlichen Strebens ist; nachdem sie als vuxijs eveéoyeta acr' doeriju bestimmt ist, muss dann die Tugend erörtert werden, an welche sich die Untersuchung der gpxodreca anschliesst. Darauf ist die Lust zu behandeln, da sie neben der Tu- gend nothwendig zur suνοαιαον gehört(s. Pol. 1339 b 17: rH*ν§ιακναρνν dHο⁴οοι uενα dex ε ⁶νον εᷣειαιν τd˙ μφ‿⁶εν ddd al ripu ousu 10do ⁶αmτνοων& du- poréOοωeο rourov 6Griv), und endlich kehrt dann mit der Darstellung der verschiedenen Lebensweisen die Untersuchung zum Ausgangspunkt zurück. In der Erörterung der Tugenden aber wird, indem die ethischen den dianoetischen vorangehen, vom Niedern zum Höhern aufgestiegen, und so werden sie in der Reihenfolge behandelt wie sie entstehen, s. Pol. 1334 b 20. Es entspricht also die Ordnung der Wissenschaft der- jenigen der Natur. Auch die Anordnung der einzelnen ethischen Tugenden ist, ob- wohl das Princip derselben nicht ausdrücklich angegeben ist, durchaus keine will- kürliche, s. Häcker: Eintheilungs- und Anordnungs-Princip der moralischen Tugendreihe in der Nikomachischen Ethik. Man darf überhaupt bei Aristoteles aus der Nicht- erwähnung eines Eintheilungsprincipes keineswegs auf das Nichtvorhandensein schlies- sen. Im allgemeinen kann man von der Ethik sagen, dass, wenn auch die Stellung einzelner Abschnitte, namentlich die der Bücher über die Freundschaft, Schwierig- keiten macht, im Ganzen und Grossen sich doch ein fester Zusammenhang zeigt. Wo die Anordnung unklar bleibt, ist der Grund wohl meist in der Ueberlieferung zu suchen. So namentlich im fünften und siebenten Buche, aber auch an andern Stellen. Im zweiten Buch z. B. kennzeichnet sich nicht nur das siebente Kapitel

deutlich als ein Auszug aus der spätern ausführlicheren Abhandlung über die Tugenden,