Aufsatz 
Vermischte pädagogische Aufsätze, von den Lehrern der mittleren Bürgerschule
Entstehung
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zunächſt Pflicht des Hauſes, aber auch die Schule muß ſolche Fehler, wo ſie ſich zeigen, bekämpfen. Was ſie hier thut, geſchieht zum Beſten des Kindes, und namentlich dann muß ſie es thun, wenn ſie(gerade an ſolchen Entſchuldi⸗ gungen) ſieht, daß das Haus ſchlaff iſt.Jung ge⸗ wohnt, alt gethan! Dieſes ſchöne Wort ſollte gerade bei ſolchen Fällen ein Sittenſpiegel ſein für Schule und Haus.

Im zweiten Falle will dieſe Redensart das Söhnchen deshalb entſchuldigen, weil es den Anforderungen der Schule in ſeinen Leiſtungen nicht nachkommt. Und das iſt wohl der Zweck, den dieſe Entſchuldigung in den meiſten Fällen haben ſoll. Der Sprecher derſelben denkt ſich dabei ganz gemüthlich, daß der Lehrer ſeinen Sohn ſo ſpielend und ohne Anſtrengung Einiges lehren möge, derſelbe habe ja ſpäter noch genug Zeit zum angeſtrengten Lernen. Dieſe Lehr⸗ art hat ſich längſt überlebt und das mit Recht; denn man hat eingeſehen, daß nur durch Anſtrengung die Kraft ge⸗ fördert wird, undKraft iſt's, was Leben ſchafft. Nicht ſpielend kann ſich ein Menſch große Kenntniſſe aneignen, ſondern nur mit eigener Anſtrengung. Nicht ſpielend kann ſich ferner ein Charakter bilden, ſondern nur mit geiſtigem und ſittlichem Kraftaufwandim Geräuſch der Welt.Jung gewohnt, alt gethan findet auch hier ſeine Anwendung. Dem Knaben, der früh an ein ernſtes Arbeiten gewöhnt wird, wird der ſpäter vor ihn tretende Ernſt des Lebens weniger wehe thun als dem Weichling, der noch keine An⸗ ſtrengung gekoſtet hat. Betrachtet der Vater das Schul⸗ leben von dieſem Standpunkte aus, ſo wird er gewiß ſchon ſeinem Sohne einige Anſtrengungen gönnen und ihn nicht mehr entſchuldigen wollen mit demEr iſt ja noch ſo jung!

Doch ehe wir den Lehrer weiter handeln laſſen, möchte ich den Grund des Zurückbleibens unſeresJungen hinter ſeinen Klaſſenkollegen etwas näher beleuchten; denn darnach