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gelben Blumenblättern, die am Grunde orangegelb gefärbt ſind(Saftmal),
von den Veilchengewächſen: das(nicht häufig vorkommende) Märzveilchen(Viola odorata), bei dem ſich zweierlei Blüten finden, große, offene und duftende, auf Inſektenbeſtäubung angewieſene Blüten und kleine, geſchloſſene, wie Knoſpen ausſehende Blüten, die ſich ſelbſt beſtäuben und den größten Teil des Veilchenſamens liefern, das Hundsveilchen(Viola canina) und das Stief⸗ mütterchen(Viola tricolor),
von den Kreuzblumengewächſen: die gemeine Kreuzblume(Polygala vulgaris), von deren 5 Kelchblättern die 2 ſeitlich geſtellten groß, flügelförmig und blau gefärbt ſind,
von den Johanniskrautgewächſen: das durchloͤcherte Johanniskraut(Hypericum perforatum), das ſeinen Beinamen von den mit zahlreichen, durchſcheinenden Oldrüschen verſehenen, ſcheinbar durchlöcherten Blättern bekommen hat, und das Berg⸗Johanniskraut(Hypericum montanum) mit drüſig gewimperten Kelchblättern und ſtielrundem, kahlem Stengel,
von den Storchſchnabelgewächſen: der in der Nähe der Schützenhalle häufige ſtinkende oder Ruprechts⸗Storchſchnabel(Geranium Robertianum), der rundblätterige Storchſchnabel (Geranium rotundifolium), der blutrote Storchſchnabel(Geranium sanguineum) und der gemeine oder ſchierlingsblätterige Reiherſchnabel(Erodimnn cicutarium), am Dollhäuschen häufig und die Er⸗
ſcheinung des Abſpringens und Aufrollens der reifen Fruchtgrannen(Griffel) vom Mittelſäulchen Blütenaxe) bei der geringſten Berührung ſehr ſchön zeigend,
von den Balſaminengewächſen: das kleinblühende Springkraut(Jmpatiens parvi⸗ flora) in der Nähe des Draisbrünnchens an der Mainzer Straße, mit Kapſelfrüchten, deren 5 Klappen ſich bei der Berührung ſpiralig nach innen zuſammenrollen, die Samen weit fortſchleudernd,
von den Rautengewächſen: der eſchenblättrige Diptam(Dictamnus fraxinella) auf dem Scharlachkopf, von ſtark gewürzhaftem, betäubendem Geruche und ſo reich an ätheriſchem Ole, daß ſich dasſelbe an windſtillen, warmen Tagen über den Blüten anzünden läßt.
Endlich gehört noch hierher, einen würdigen Schluß der Kinder Floras bildend, das edelſte Gewächs des Rochusberges, die Weinrebe(Nitis vinifera), zur kleinen Familie der Weinreben⸗ gewächſe zählend, aus den Ländern zwiſchen Kaukaſus und Hindukuſch ſtammend und durch Kaiſer Probus um 280 n. Chr. an den Rhein und an die Moſel gebracht, mit ſehr kleinem, ſchwach 5zähni⸗ gem Kelche und mit 5 gelblich⸗grünen, an der Spitze zuſammenhängenden Blunnenblättean, die ſich beim Aufblühen wie ein Mützchen vom Blütenhoden löſen.
Der Naturgeſchichtsunterricht des Sommerhalbjahres hat neben der Pflanzenwelt auch diejeni⸗ gen Tiere der Heimat zu berückſichtigen, die zu den beſprochenen Pflanzen in gewiſſen Beziehungen ſtehen und deren Beobachtung bei den Spaziergängen eine notwendige Ergänzung der Pflanzenbetrach⸗ tung bildet. Beziehungen zwiſchen Pflanzen und Tieren wurden im vorhergehenden ſchon wiederholt berührt, wobei vorzugsweiſe die Inſektenwelt Berückſichtigung fand. Mit einigen Worten ſoll im fol⸗ gunden noch der Tierwelt des Rochusbergs mit ſeiner nächſten Umgebung gedacht werden, wobei wir uns, wegen Mangels an Raum, auf d die Wirbeltiere beſchränken und auch hier aus der Fülle des Ganzen nur einige charakteriſtiſche Formen herausgreifen.
Der Rochnaberg beuhe unſren heimiſchen Raubtieren, dem Fuchs, dem Dachs, dem Stein⸗ marder, dem Iltis, dem großen Wieſel oder Hermelin) und dem kleinen Wieſel paſſenden Unterſchlupf und Nahrung genug, und beſonders die Abdachung des Berges nach ntemn zu iſt ein geeignetes Terrain für Fuchs⸗ und Dachsbaue. Grimmbart, der Dachs, ſonſt ſo genügſam und mit niederem Getier vorlieb nehmend, labt ſich im Herbſt an ſeiner? Lieblingskoſt, der Traube, und Meiſter Reineke ſtellt den Haſen und den auf dem Rochusberge ſo zahlreichen Kaninchen nach.
An den Ufern der Nahe und des Rheines geht die der Fiſcherei ſo ſchädliche Fiſchotter ihrem Raube nach. Das muntere Eirhhörnchen, das Affchen unſrer Wälder, iſt auf dem Rochusberge nicht allzu häufig, was man im Intereſſe unſerer Singvögel, deren Neſter es gerne plündert, gerade nicht zu bedauern braucht. Ein anderer ſchädlicher Nager, der Hamſter, kommt ebenfalls auf dem Rochusberg und in ſeiner Umgebung vor, und daß Igel und Maulwurf wie Fledermaus nicht fehlen, bedarf wohl kaum der Verſicherung. Anziehender und umterhaftender als die ſcheuen, am Tage ſich meiſt verſteckenden Vier⸗ füßler ſind die muntern, buntgefiederten Vögel, die neben den Käfern und Schmetterlingen auch


