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liche Raupe des Aurorafalters(Pieris cardamines) und oft auch die Larve der Schaumcikade(Aphro- phora spumaria) findet, den ſchmalblättrigen Doppelſamen(Diplotaxis tenuifolia) mit großen, hell⸗ gelben Blüten von bittermandelölartigem Geruch, am Ausſichtsturm und am Hafen, ferner den Acker⸗ ſenf(Sinapis arvensis), überall in den Weinbergen häufig, den Reps oder Kohl(Brassica napus), aus den Fluren der Pfalz verwildert, die Sophienrauke(Sisymbrium sophia) und die Pollich’s Rempe⸗ (Erucastrum Pollichii), beide in der Nähe der Saam'ſchen Mühle am Fuße des Scharlachkopfs, end⸗ lich den auf den Quarziten des Scharlachkopfs häufigen pippaublätterigen Hederich(Erysimum cre- pidifolium), nach neueren Beobachtungen und Unterſuchungen eine Giftpflanze, die erſte, die man un⸗ ter den Cruciferen gefunden hat*); von Schötchenfrüchtlern: das ſchon im März auf dem Kempter Eck erſcheinende Frühlings⸗Hungerblümchen(Draba verna), das überall gemeine, das ganze Jahr über blühende Hirtektäſchel(Capsella bursa pastoris), das Ackertäſchel(Thlaspi arvense), die Hungerkreſſe(Lepidium draba), die Graukreſſe(Berteroa s. Farsetia incana), die unangenehm riechende Weg⸗ oder Stinkkreſſe(Lepidium ruderale), die am Eiſelweg häufige grasblätterige Kreſſe(Lepidium graminifolium), endlich den Färberwaid oder deutſchen Indigo(Jsatis tinctoria), früher in Deutſch⸗ land im großen angebaut, mit bei der Reife kohlſchwarzen, hängenden Früchtchen, am Binger Hafen gemein, und den ſeltener vorkommenden gebauten Leindötter(Camelina sativa) mit aufrechten, birn⸗ förmigen Früchten.
Als letzte größere Familie der Bodenblütler ziehen wir die Nelkengewächſe in den Kreis unſerer Betrachtung. Man kann ſie in Mierengewächſe mit getrennten Kelchblättern und in eigentliche Nelkengewächſe oder Leimkrautgewächſe mit verwachſen⸗ blättrigem Kelche einteilen. Vou erſteren erwähnen wir als auf dem Berge wachſend: das thymian⸗ blättrige Sandkraut(Arenaria serpyllifolia) am Fahrweg zum Rochushotel, die doldige Spurre (Holosteum umbellatum), die in den Weinbergen gemeine Vogelmiere(Stellaria media), die auf dem Scharlachkopf häufige große Sternmiere(Stellaria holostea) mit grasartigen Blättern, das gemeine Maſtkraut(Sagioa procumbens) im Hungerborn, das Ackerhornkraut(Cerastium arvense); von den eigentlichen Nelkengewächſen: die Karthäuſernelke oder das Steinröschen(Dianthus carthu⸗ sianorum) mit braunen, lederartigen Kelchſchuppen und Deckblättern und mit 15 ſchwärzlichen, als Saftmal dienenden Streifen auf den 5 roſafarbenen Blumenblättern, die Büſchelnelke(Dianthus ar⸗ meria) mit roten, weißpunktierten Blumenblättern auf dem Scharlachkopf, das gemeine Seifenkraut (Saponaria officinalis) im Hungerborn, das aufgeblaſene Leimkraut(Silene inflata) mit aufgeblaſe⸗ nem, grünlich geadertem Kelche am Judenpfad, das nickende Leimkraut(Silene nutans) auf dem Scharlachkopf und auf dem Kempter Eck, eine der Beſtäubung durch Nachtſchmetterlinge angepaßte Pflanze, die bei Tag keinen Duft ausſtrömt und ihre Blumenblätter nach innen zuſammenneigt, ſodaß die unſcheinbare, ſchmutzig grüne Außenſeite derſelben ſichtbar iſt, während ſie bei Nacht die auf der Innenſeite rein weißen Blumenblätter entfaltet und einen ſtarken Duft ausſtrömt, ferner die ſich ähn⸗ lich verhaltende, auch nur abends geöffnete(zweihäuſige) Abend⸗Lichtnelke(Lychnis vespertina) und unter der Saat auf dem Rochusplateau die ſchöne, aber ſchädliche Kornrade(Agrostemma githago) mit hübſchen Saftmalen auf den purpurfarbenen, von den langen, grünen Kelchzipfeln überragten Blu⸗ menblättern, endlich die(ſeltenere) Pechnelke(Lychnis viscaria), wie viele Nelkengewächſe mit Neben⸗ krone oder Schlundſchuppen zum Schutze des Nektariums gegen Regen oder unnütze Gäſte(Saftdecke) und mit(unter den oberen Gelenken) klebrigem Stengel, gleichfalls zur Abhaltung ungebetener Gäſte, beſonders der flügelloſen Ameiſen.
Zur Vervollſtändigung und Abrundung des Bildes, das wir von der Flora des Rochusber⸗ ges entworfen haben, mögen noch einige häufiger vorkommende oder durch Form und Farbe unſere Aufmerkſamkeit erregende Pflanzen aus kleineren(bodenblütigen) Dikotylenfamilien an dieſer Stelle erwähnt werden.
Es ſind dies von den Erdrauchgewächſen: der gemeine Erdrauch(Fumaria offici- nalis), maſſenhaft in den Weinbergen(Wingerten) vorkommend, und der dichtwurzelige Lerchenſporn (Corydalis solida) auf dem Scharlachkopf, beide mit Honigſporn,
von den Ciſtroſen: das gemeine Sonnenröschen(Helianthemum vulgare) mit citronen⸗
*) Vergleiche Prometheus, 1895, Nr. 275, Seite 228.


