XI
Lehrer und Direktor im Namen der Schüler ausgesprochen‘hatte. Mit‘dem: Choral «Jesu, geh voran» schloß die Feier.
Am 13. Oktober wurde das Winterhalbjahr eröffnet, und es fand zugleich die feierliche Einführung des neuen Direktors, Professor Bergmann“), durch Schulrat Professor Dr. Beckurts in der festlich geschmückten Aula in Gegenwart der Mit- glieder des Kuratoriums, des Kollegiums und der Schüler statt. Ein gemeinschaftlicher Gesang:«Lobe den Herren» leitete die Feier ein. Danach hielt der Herzogliche Kommissar eine Ansprache, in der er dem scheidenden Direktor Worte herzlicher An- erkennung widmete und in kurzen, scharfen Zügen die Pflichten des neuen Direktors umschrieb, wobei er besonders betonte, daß der Leiter einer Schule nur dann erfolg- reich wirken könne, wenn er vom Vertrauen aller derer getragen werde, mit denen sein Amt ihn in Berührung bringe. Mit dem Wunsche, daß die Tätigkeit des neuen Direktors für die ihm anvertraute Jugend und die Stadt segensreich sein möge, schloß er und verpflichtete ihn darauf mit Handschlag. Durch Handschlag verpflichteten sich auch dem Direktor Professor Klügel im Namen des Kollegiums und der primus omnium im Namen der Schüler. Nach dem vom Chor vorgetragenen Liede:«Der Herr ist mein Hirte» betrat Direktor Professor Bergmann das Podium. Er dankte dem Landes- herrn und den Behörden für seine Ernennung zum Leiter dieser Anstalt und entwickelte danach sein Programm aus den Worten der Inschrift, die das Gymnasium an seiner Stirnseite trägt: sapientiae humanitati. Auch er bat die Eltern der Schüler, das Kolle- gium und die Schüler selbst um entgegenkommendes Vertrauen und gelobte,. solches ihnen seinerseits entgegenzubringen. Mit dem Gesange:«Bis hierher hat mich Gott gebracht» schloß der feierliche Aktus.
Am 19. Dezember wurde nach einer Stunde Unterricht das Weihnachtsvierteljahr mit Schlußandacht und kurzer Ansprache des Direktors geschlossen, am 5. Januar das Ostervierteljahr mit gemeinsamer Andacht eröffnet.
Am 6. Januar verstarb ein lieber Schüler der Anstalt, der Obertertianer Wilhelm Müller aus Hasselfelde- Lehrer und Mitschüler werden dem Dahingeschiedenen ein treues Andenken bewahren.’
Am 13. Februar fand die erste der Kriegsstunden statt, die alle 14 Tage in der letzten Sonnabendstunde gehalten wurden. Es wurden in diesen Kriegsstunden Lieder vaterländischen Inhalts gesungen, Berichte(besonders von Schülern) über die Ereignisse des Krieges gegeben, Gedichte aus der Zeit vorgetragen, Feldberichte verlesen und der gefallenen ehemaligen Schüler gedacht.
Am 17. Februar fiel der Unterricht wegen des großen Sieges des Feldmarschalls Hindenburg aus.
*) Ernst Bergmann wurde am 4. Februar 1863 zu Braunschweig geboren und auf dem -Herzoglichen Gymnasium Martino-Catharineum für die Universität vorgebildet. Er studierte zu München und Berlin Germanistik und Geschichte und bestand in diesen Fächern als Hauptfächern seine Staatsprüfung im Februar 1888. Von Michaelis 1888 bis Michaelis 1890 war er als Kandidat und Hilfslehrer, nach kurzer Zeit in Holzminden, in Braunschweig am Herzoglichen Wilhelmgym-
nasium tätig und wurde am 1. Oktober 1890 an dieser Anstalt angestellt. Am 8. Dezember 1907 erhielt er den Titel Professor.


