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seiner Abhandlung zeigt:«eine resignierte Unterwerfung unter die Notwendigkeit der Natur: eine Ergebung also in das, was ist und was sein muß». Dementsprechend sagt auch Wallenstein, der Realist, zu Max:«Ergib dich drein, wir handeln, wie wir müssen». Und wenn Schiller in der Abhandlung von dem Wissen des Realisten spricht und wie er dazu gelangt—«auf die Wiederkehr ähnlicher Fälle baut er seine Einsicht»— so läßt er folgerichtig auch seinen Wallenstein sich auf einen«ähnlichen Fall» berufen:
«Was tu ich Schlimmres
Als jener Cäsar tat, des Name noch
Bis heut’ das Höchste in der Welt benennet?
Er führte wider Rom die Legionen,
Die Rom ihm zur Beschützung anvertraut.
Warf er das Schwert von sich, er war verloren,
Wie ich es wär’, wenn ich entwaffnete».—
Vom Charakter seines Realisten sagt Schiller, er habe«Moralität»,«aber diese liegt, ihrem Begriffe nach, in keiner einzelnen Tat». Ihrem Begriffe nach; dieser ist: Lauterkeit und Freiheit. Die einzelnen Taten des Realisten sind nun weder frei— sie sind ja, wie wir sahen, durch äußere Ursachen und äußere Zwecke bestimmt— noch lauter. Auch dies weiß Wallenstein:
«Nicht ohne Opfer macht man sie(die bösen, falschen Mächte) geneigt,
Und keiner lebet, der aus ihrem Dienst
Die Seele hätte rein zurückgezogen.»
Und doch hat sein Charakter Moralität;«aber diese liegt....nurin der ganzen Summe seines Lebens». Auch hierfür finden wir in unserem Auftritt einen Beleg, freilich in einer später getilgten Stelle: Wallenstein sagt:
«Viel Großes wollen wir
Und Treffliches zusammen noch vollführen.
Und wenn wir nur erst würdig oben stehn, Vergißt man leicht, wie wir hinauf gekommen. Esträgtsich heute manche Kronerein,
Die nicht so reinlich auch erworben worden!»
Wir haben bislang von den Prinzipien des Denkens und Handelns des Realisten gesprochen; wie sie von denen des Idealisten verschieden sind, so auch seine Urteile. «Der Realist wird fragen, wozu eine Sache gut sei, und die Dinge nach dem, was sie wert sind, zu taxieren wissen»....«Das Gemeine, ja selbst das Niedrige im Denken und Handeln kann er verzeihen, nur das Willkürliche, das Exzentrische nicht».
Auch dem entspricht Wallenstein im 2. Auftritte. Wie er die Lage rein danach beurteilt,«wozu sie— ihm— gut ist» und danach ihren Wert— für sich— be- urteilt, sahen wir schon; daß er niedrig und gemein handelt(und dazu das Urteil dar- über nicht einmal scheut), muß er sich von Max sagen lassen, der sein Unternehmen als«Verrat» brandmarkt, als«schwarz, schwarz wie die Hölle»; und die Verurteilung des Willkürlichen findet sich in jenen bekannten Worten:


