und Octavio mit Max. Bei dieser Wahl könne die Entscheidung nicht schwer sein: natürlich hätten jene noch gefehlt haben müssen; denn diese seien für den Gang der Handlung notwendig, jene entbehrlich. Haben sie aber am 15. Oktober 1798 ge- fehlt, so doch wohl ganz sicher am 27. Februar 1798, als jener Brief geschrieben wurde, in dem Schiller seine Freude ausspricht,«eine Situation, beendet zu haben, wo die Auf- gabe war, das ganz gemeine moralische Urteil über das Wallensteinsche Verbrechen auszusprechen». Diese Worte bezieht Fielitz nunmehr auf das Gespräch Gordons mit Buttler, IV, 2 und führt als Beweis dafür einen Brief Schillers an Ifflland an, in dem es heißt:«Gordon spricht die Empfindung, ich möchte sagen, die Moral des Stückes aus.»
Wie schon gesagt, kann ich diesen Beweis nicht für überzeugend halten und will zunächst anführen, was Bellermann und Kühnemann dagegen zu sagen haben. Beller- mann stimmt zwar darin mit Fielitz überein, daß auch er den Entschluß zur Teilung in den September 1798 setzt— auf Grund des Briefes vom 30. September an Körner: «nach reifer Überlegung und vielen Konferenzen mit Goethes. Die Einteilung sei dann so gemacht, wie sie jetzt vorliegt. Freilich sei das dritte Stück damals noch un- fertig gewesen; denn Schiller rühme den«glücklichen Umstand», daß in beiden(letzten) Stücken zwischen den Akten die Szene nie verändert werde, und zieht dann ebenfalls den diese Nachricht bestätigenden Brief an Iffland heran. Jetzt aber schließt er anders: das passe nur auf Piccolomini und Wallensteins Tod I. Die Auf- züge 2—5 dieses Stückes hätten je zwei Auftritte, es verändere sich also in ihnen die Szene. Nun wüßten wir aber nur von zwei Szenen bestimmt ihre spätere Entstehung anzugeben, nämlich V. 1 und 2, das Gespräch Buttlers mit Macdonald und Deveroux (vergl. Brief an Goethe 8. 3. 99). Ein Fehlen der von Fielitz als noch nicht geschrieben bezeichneten Auftritte sei indessen daraus noch nicht nachzuweisen, vielmehr müsse Schiller auch damals schon an solche Szenen gedacht haben; denn sie seien alle wichtige Bestandteile. Natürlich hätten sie anders angeordnet sein müssen: man könne sich z. B. denken, daß unser Gespräch zwischen Wallenstein und Max unmittelbar an I. 7 angeschlossen gewesen wäre. Selbstverständlich hätten bei dieser Annahme die Stellen über den Abschluß mit den Schweden noch haben fehlen müssen. Die Worte des Februarbriefes auf IV, 2 zu beziehen, gehe wohl kaum an; denn dieser Auftritt sei schwerlich im Februar 98 schon in Arbeit gewesen. Dafür könne als Beweis gelten, daß, als Goethe am 20. März 1798 nach Jena kam, ihm Schiller die drei ersten Auf- züge— also bis W. T. II, Schluß— vorgelesen habe, die auch noch nicht einmal ganz fertig waren. Die Gordonszene gehöre aber dem damaligen fünften Aufzuge an, von dessen Inangriffnahme wir erst im Mai hörten. Ferner passe das Geistreiche und Poe- tische der Behandlung, von dem der Februarbrief spricht, garnicht zu IV, 2 und endlich stimmten auch die im selben Briefe stehenden Worte:«Ich befinde mich im tiefsten Wirbel der Handlung», nicht zu der sinkenden Handlung in V., sehr gut aber zu dem Höhepunkte des damaligen dritten Aufzuges.
Ganz ähnlich verfährt Kühnemann, der zunächst feststellt, daß Schiller die Szenen ziemlich in der Reihenfolge ausgeführt haben müsse, die sie im Drama jetzt hätten. In Bezug auf die Stellung des Auftritts«im Wirbel der Handlung» stimmt er völlig


