Aufsatz 
Marryats Masterman Ready als Lesestoff der dritten Realschulklasse : 1. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20 der beiden angeführten Abſchnitte nicht oder nur kurſoriſch folgende Nummern geleſen wurden: 8, 10, 16, 17, 18, 20, 21, 23, 25, 26, 30, 34, 35. Ich wählte im allgemeinen immer diejenigen, für die Deutſchbein eine entſprechende Umarbeitung in den bezüglichen Lektionen vorgeſehen hat. Der Grund hierfür lag einerſeits in der Beſchränkung der Zeit, andrerſeits in mannigfachen Störungen und dem wenig günſtigen Schülermaterial.

Nach Beendigung dieſes Vorkurſus waren alle Bedingungen gegeben, um einen leichteren Schriftſteller verſtehen zu können, und ich ſtand vor der Qual der Wahl. Der Grammatik weiterhin zu folgen, ſchien mir nicht ratſam, da mir nach Erfahrungen früherer Jahre der Leſeſtoff nicht feſſelnd genug war, um das Intereſſe der Schüler rege zu erhalten. Ein Jahr zuvor hatte ich im zweiten engliſchen UnterrichtsjahrThe settlers behandelt, und nach den mit Marryat als Einführungsſchriftſteller gemachten guten Erfahrungen beſchloß ich auf die auch von Direktor Wehrmann(a. a. O. p. 22 und 57) empfohlenen Idealgeſtalten des Masterman Read)y zurückzukommen, um ſo mehr, da ich dieſes Meiſterwerk ſchon einmal zwei Jahre zuvor in derſelben Klaſſe geleſen hatte. Aus jener Zeit beſaß ich noch eine Reihe von Aufzeichnungen über den Sprachgebrauch Marryats, und ich nahm mir vor, dieſelben zu erweitern und gelegentlich zu event. Nutz und Frommen der neuphilologiſchen Kollegen zu veröffentlichen. Doch muß ich ausdrücklich hervorheben, daß die ſpäterhin folgende Zuſammenſtellung der Syntax und die diesbezüglichen Übungen ſich nur auf Teil I der Aus⸗ gabe von Paetſch(Velh. und Klaſing) beziehen. Ich wählte dieſelbe teils ihrer Wohlfeilheit wegen, teils weil ſie gerade eine Klaſſenlektüre in Geſtalt der Kapitel IXIV umfaßt; daß es beſſere Ausgaben giebt, weiſt ſchon derFührer durch die franz. und engl. Schullitteratur (2. Aufl. p. 62) nach. Den zweiten Teil, Kap. XV bis Schluß, der auch ſprachlich eine Steigerung bedeutet, gedenke ich, wie ſchon früher, in Klaſſe II leſen zu laſſen.

Als Einleitung in die Lektüre ließ ich eine orientierende Vorbeſprechung vorausgehen.

Dieſelbe bezog ſich kurz auf Kap. Marryat und ſeine Schriften. Benutzt wurde dazu die BiographieLife of Frederick Marryat by David Hannay(aus denGreat Writers ed. by Professor Robertson, London, Walter Scott, 24 Warwick Lane). Das ſpeziell auf unſere Schrift bezügliche Material findet ſich dort p. 124127. Dann folgte eine Erklärung des Titels und kurze Inhaltsangabe teils in deutſcher teils in engliſcher Sprache. Dies führte uns zu einer Betrachtung der Robinſonaden und einer kurzen Skizzierung ihrer Geſchichte. Der ſchweizeriſche Robinſon war den Schülern bekannt. Die zahlreichen Ungeheuer⸗ lichkeiten und Unwahrſcheinlichkeiten wurden mit leichter Mühe von den Schülern herausgefunden. Hieran ſchloß ſich die Mitteilung, daß Marryats Buch zunächſt als eine Fortſetzung des⸗ ſelben gedacht, ſich bald zu einem ſelbſtändigen Werke erweiterte, das nicht allein Unterhaltung, ſondern auch Belehrung bieten ſollte. Das Buch erfreute ſich bald einer außerordentlichen Beliebtheit und Verbreitung. Immerhin dürfte es intereſſant ſein zu wiſſen, daß es einen bedeutenden Konkurrenten in dem Swiss Family Robinson hat. Zur Charakteriſierung dieſes Umſtandes diene die Thatſache, daß(nach Mittheilung derNeueren Sprachen Band VI p. 343) auf eine Umfrage der Pall Mall Gazette und der Academy nach den in England beliebteſten Jugendſchriften eine Liſte von 10 bezw. 20 Werken aufgeſtellt wurde, unter denen ſich wohl Robinson Crusoe, Jackanapes, Grimm's Fairy Tales, Little Lord Fauntleroy u. ſ. w. befanden, während Masterman Ready nicht erwähnt wird. Allerdings wurde als Durchſchnittsalter das von 10 Jahren betrachtet.