Aufsatz 
Die wichtigsten Grundregeln gesunder Lebensführung für die Jugend / von Dr. Karl Endemann, Direktor des Königl. Gymnasiums zu Dillenburg
Entstehung
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Umgang.

Kameradſchaft⸗ lichkeit.

Schulordnung.

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Gewöhne dich an den Umgang mit Guten und Edlen, fliehe das Schlechte und die Schlechten!Sage mir, mit wem du um gehſt. Ich will dir ſagen, wer du biſt! Gute, reine Bücher bilden und veredeln deinen Geiſt, wie z. B. die Lebensgeſchichte wahrhaft großer Männer. Aber meide Schmutz- und Schundliteratur, wie Räuber⸗ und Detektivromane, die, äußerlich und innerlich unwahr, deinen Geiſt vom rechten Wege abführen, deinen Sinn verwirren und herabziehen.

Sei freundlich und kameradſchaftlich zu deinen Ge noſſen, teile Leid und Freud mit ihnen.Edel ſei der Menſch, hilfreich und gut!

Aber es iſt nicht die rechte Freundſchaft und Kameradſchaft⸗ lichkeit, dem Freunde ſeine Fehler verdecken zu helfen, wenn er lügt und betrügt, mitzulügen und mitzubetrügen; damit machſt du ihn gar nicht beſſer, ſondern ſchlechter, nützeſt ihm nicht, ſchadeſt ihm nur an ſeiner Seele und bringſt ihn ſchließlich ins Unglück. Führe ihn freundlich zum Rechten hin, veranlaſſe ihn, den Fehler zu bekennen. Er wird ihm ſicherlich vergeben werden. Und auch eine Strafe als Sühne iſt beſſer als jeder verdeckte Betrug, der nur zu weiteren und ſchwereren Fehlern führt.

Du ſpotteſt und höhnſt doch nicht mit deinen Kameraden über deine Lehrer? Tuſt du es offen, etwa einem alten, ſchwachen, kranken Lehrer gegenüber, der ſich nicht recht helfen kann, wäre das nicht frech und roh? Tuſt du es aber heimlich, hinter ſeinem Rücken, dann iſt's wohl eine rechte Heldentat? Hinterliſtiger Angriff iſt feig und gemein. Das widerſpricht deiner Ehre und jedem feineren Gefühl. Das tuſt du gewiß nie wieder!

Die Schulordnung gefällt dir gar nicht? Sie unterſagt dir wohl manchen Genuß, das Biertrinken, Rauchen, oder ſchränkt es ſehr ein? Deine Lehrer wollen dich damit gewiß recht ärgern; wie häßlich von ihnen! Aber warum verbieten ſie es dir und laſſen dich nicht die Nächte herumſchwärmen in den Kneipen, Kon⸗ ditoreien und Cafés?

Oder wollen ſie doch vielleicht dein Beſtes, dein wahres Heil, das ſie als erfahrene Männer beſſer kennen als du, und vielleicht auch aus vernünftiger Ueberlegung und Wohlwollen?(Vgl. Geſundheitsregeln S 15.)

Wer ſich in der Jugend dem Alkohol und Tabak ergibt, ver ſäumt jede edle Jugendfreude, ſchwächt ſeine Lebenskraft und raubt